14.11.2017 14:05
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
EU: Mehr Kartoffeln im Westen
Die diesjährigen Ernten von Konsumkartoffeln in den wichtigsten nordwesteuropäischen Erzeugerländern dürften noch grösser ausfallen als bisher gedacht. Die Organisation Nordwesteuropäischer Kartoffelanbauer (NEPG) hat ihre Ernteschätzung Anfang November nach oben korrigiert.

Deren Marktanalysten gehen jetzt - ohne die Berücksichtigung von Saat- und Stärkekartoffeln - von einem Rodeergebnis in Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, den Niederlanden und Belgien von zusammen 28,94 Mio t aus.

Im Vergleich zur Vorsaison wäre das eine Zunahme von 4,36 Mio t oder 17,7 %. Das Fünfjahresmittel würde um 15,6 % übertroffen. Den relativ grössten Zuwachs bei der Erzeugung von Konsumkartoffeln erwartet die NEPG in Belgien mit 24,7 % auf 5,04 Mio t. Für Deutschland und Frankreich wird gegenüber der Saison 2016 ein Ernteplus von jeweils 20 % prognostiziert.

Ernte noch nicht beendet


Die Mengen sollen sich auf 8,95 Mio t beziehungsweise 6,12 Mio t belaufen. Auch in den Niederlanden dürfte gut ein Fünftel mehr an Konsumkartoffeln eingebracht werden, während der Produktionsanstieg in Grossbritannien bei lediglich knapp 4 % liegen soll.

Noch ist die Ernte laut NEPG aber nicht überall eingebracht. In Grossbritannien und den Niederlanden fehlten noch zwischen 10 % und 15 % der Mengen. Es zeichneten sich jedoch in allen fünf Ländern höhere Hektarerträge ab, die im Schnitt um gut 11 % auf 49,4 t/ha zulegen sollten.

Anbau hat sich ausgeweitet


Den Anbau hatten die Erzeuger in den fünf Staaten gegenüber 2016 deutlich ausgeweitet, und zwar der NEPG zufolge zusammen um 5,9 % auf 585'920 ha. Die grösste Produktionsfläche wird dabei für Deutschland mit 179'000 ha ausgewiesen. Das sind 8,8 % mehr als im Vorjahr.

Trotz der allgemein guten Qualität der Kartoffeln erwartet die NEPG mehr Abzüge, da die Lagerfähigkeit in den Regionen mit viel Niederschlag beeinträchtigt scheint. Vor allem bei der Sorte Bintje sei von Fäulnisproblemen berichtet worden.

Verarbeitungskapazität gewachsen


In den Benelux-Ländern läge zudem das Trockengewicht oft unter dem Minimum, weshalb dort der Ertrag bei der Verarbeitung niedriger als normal sein dürfte. Die NEPG geht davon aus, dass in der nächsten Zeit noch ein Überangebot herrschen wird, da viele Anbauer nicht alle Kartoffeln lagern können.

Sie wies aber auch darauf hin, dass die Verarbeitungskapazitäten gegenüber 2014 mit einer ähnlich hohen Erntemenge gewachsen seien und in diesem Bereich ein höherer Bedarf an Kartoffeln bestehe. 

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