16.05.2019 10:24
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
F: Bauern warnen vor Mehrkosten
Vor erheblichen Mehrkosten für die Landwirte bei einem weitgehenden Verzicht auf die Anwendung von Glyphosat hat der französische Verband der Weizenerzeuger (AGPB) Anfang Mai erneut gewarnt.

Laut AGPB würden beim Ersatz des Wirkstoffs durch mechanische Methoden Extrakosten zwischen 50 Euro und 160 Euro (57 bis 180 Fr.) pro Hektar anfallen, bedingt durch zusätzliche Arbeitsgänge wie Pflügen oder Mulchen. Zudem seien Ertragsminderungen bei den Folgekulturen zu befürchten.

Das Pariser Institut für Pflanzenbau (Arvalis) veranschlagt nach AGPB-Angaben die Belastung für die Bauern durch den Glyphosatausstieg bei den wichtigsten Ackerkulturen auf insgesamt 950 Mio. Euro (1.07 Mrd. Fr.) pro Jahr. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Verzicht auf das Totalherbizid jährlich etwa 12,7 Millionen zusätzliche Arbeitsstunden nötig machen und den Dieselverbrauch um rund 87 Mio. l steigern würde. Der entstehende Investitionsbedarf wird auf mehr als 160 Mio. Euro (180 Mio. Fr.) geschätzt. Nicht vergessen werden dürften auch die negativen Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe, die CO2-Bilanz, die Bodenverdichtung, die Erosion sowie die Fähigkeit der Böden, Kohlenstoff zu speichern.

AGPB-Präsident Éric Thirouin warnte bei einer Anhörung in der Nationalversammlung vor starken Wettbewerbsverzerrungen zum Nachteil der heimischen Landwirte. Der Umgang mit Glyphosat sei zu einem äusserst politischen Thema geworden. Daher müsse man sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse besinnen und von Alleingängen absehen. Vom Staat forderte der AGPB-Präsident Unterstützung. Bislang sei lediglich von den Pflichten der Landwirte die Rede. Zu staatlichen Flankierungsmassnahmen würden hingegen keine Überlegungen angestellt. Notwendig seien unter anderem Investitionsförderungen sowie eine Anpassung des Bewässerungs- und Düngerechts.

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