18.05.2020 11:15
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
F: Mehr Mais, weniger Zuckerrüben
Die französischen Landwirte haben den Anbau von Mais und Sommergerste im Vergleich zum vergangenen Jahr kräftig ausgeweitet. Beiden Kulturen kamen die aufgrund der ungünstigen Witterungsverhältnisse im vorigen Herbst nicht bestellten Flächen zugute.

Das geht aus den jüngsten Schätzungen des Statistischen Dienstes beim Pariser Landwirtschaftsministerium (Agreste) hervor.

10,5% mehr Mais

Demnach waren mit Stand zum 1. Mai insgesamt 1,67 Mio. ha mit Körner- und Saatmais bestellt. Das waren 10,5% mehr als zur Ernte 2019. Die Futter- beziehungsweise Silomaisfläche wurde den Statistikern zufolge um 2,2% auf annähernd 1,46 Mio. ha ausgeweitet. Trotz der kräftigen Ausdehnung des Körnermaisanbaus erreicht das Getreideareal insgesamt nicht das Vorjahresniveau: Anfang Mai waren frankreichweit rund 9,26 Mio. ha mit Getreide bestellt, was gegenüber 2019 einem Minus von 1,5% entsprach.

Mehr Fläche nutzten die Landwirte indes für Öl- und Proteinpflanzen. Der Anbau von Ölsaaten wurde gemäss den aktuellen Agreste-Zahlen um 3,8% auf 1,98 Mio. ha ausgedehnt, der von Proteinpflanzen um 14,1% auf 276'000 ha. Während im Einzelnen aber die Rapsfläche um 1,8% auf 1,09 Mio. ha abgenommen hat, konnte die Sonnenblumenproduktion hiervon und vom kleineren Wintergetreideareal profitieren und legte im Flächenumfang um 14,3% auf 690'000 ha zu. Auch das Sojaareal wurde ausgedehnt, und zwar um 4,6 % auf 171'000 ha.

Rückläufig entwickelte sich dagegen der Zuckerrübenanbau. Dieser ist um 5% auf 424'000 ha verkleinert worden. Der Statistische Dienst führt das auf die Krise in der Zuckerbranche zurück. In Frankreich werden in diesem Jahr vier Zuckerfabriken geschlossen.

Wintergerstenareal stabil

Bestätigt wurde von den Pariser Statistikern die Einschränkung des Wintergetreide- beziehungsweise Halmgetreideanbaus. Die französischen Landwirte zollten damit den schlechten Witterungsbedingungen im vergangenen Herbst Tribut. Spürbar verringert hat sich deshalb die Weichweizenfläche, und zwar um 7,5% auf 4,62 Mio. ha. Weniger stark traf es den Hartweizenanbau, der nur um 2,4 % auf 240'000 ha eingeschränkt worden ist. Mit jeweils 17'000 ha spielen die Sommerungen sowohl beim Weich- als auch beim Hartweizen praktisch keine Rolle.

Anders sieht dies bei der Gerste aus: Für Sommergerste meldet Agreste eine kräftige Anbauausweitung gegenüber 2019 um 12,2% auf 717'000 ha. Das Wintergerstenareal wurde dagegen nur marginal verkleinert, nämlich um 0,1 % auf 1,30 Mio ha. Insgesamt schränkten die Landwirte in Frankreich die mit Halmgetreide bestellten Flächen im Vergleich zum Vorjahr um schätzungsweise 4% auf rund 7,49 Mio ha ein.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE