15.08.2018 17:36
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Kartoffeln
Fenaco hilft bei Futterkartoffeln
Das heisse und trockene Wetter hat auch den Kartoffeln zugesetzt. Es werden daher qualitative Probleme erwartet. Aufgrund des Futtermangels dürfte die Nachfrage nach Kartoffeln gross sein. Die Fenaco will dabei helfen. Die Einlagerung von Kartoffeln für den Frischkonsum wird vorgezogen.

Obwohl es in den meisten Regionen der Schweiz etwas geregnet hat, hat sich die Situation nur wenig entspannt. Ruedi Fischer, Präsident der Kartoffelproduzentenvereinigung, befürchtet, dass es speziell bei den Industriesorten zu Kaliber- und Qualitätsmängeln kommt. Auch die Kindelbildung und der Wiederaustrieb der Knollen machen ihm Sorgen. «Genaueres wissen wir nach der Ertragserhebung am 20. und 21. August», sagte Fischer vergangene Woche zu «Schweizer Bauer».

Es gibt jedoch Unterschiede bezüglich der Sorten. Frühere Sorten dürften vor der Sommerhitze herangewachsen sein. Die spätreifen Sorten dagegen litten sehr stark unter der Witterung der vergangenen Wochen. Es wird mit einem grösseren Anteil an kleinen Kalibern und Kartoffeln mit Wachstumsschäden gerechnet. Die Deklassierungen dürften somit höher ausfallen als üblich.

Der Start zur Einlagerung für den Frischkonsum erfolgt aufgrund der früheren Reife bei der Fenaco bereits am 20. August. «Im Wissen darum, dass die Ware in den Kühllagern besser aufgehoben ist als im Boden und insbesondere um Ausfälle durch tierische Schädlinge zur vermeiden, ziehen wir den Start vor», teilt die Fenaco mit. Die Einlagerung für die Veredelungskartoffeln beginnt planmässig am 3. September 2018.

Viele Nutzviehhalter haben aber aufgrund der Trockenheit zu wenig Futter. Die Fenaco rechnet in gewissen Regionen mit einer erhöhten Nachfrage nach deklassierten Kartoffeln, sei es zur Frischverfütterung oder zum Einsilieren. Wie die Fenaco gegenüber schweizerbauer.ch mitteilt, will die Division Landesprodukte der Fenaco Unterstützung anbieten. Dies vor allem bei der Vermittlung der deklassierten Kartoffeln. Die Manipulations- und Administrationskosten werden von der Fenaco übernommen.

Für die Übernahme dieser Posten gelten die Bestimmungen der Swisspatat, welche folgende Elemente beinhalten: Verwertungsbeitrag auf Speiseanteil/Futterwert. Als Futterwert sichern wir bis am 15.09.2018 5.00 Fr./ 100 kg zu. Die Abrechnung mit dem Produzenten erfolgt nach Bekanntwerden der Verwertungsbeiträge Swisspatat. Der Abgabepreis für die deklassierten Kartoffeln zur Verwendung in der Frischverfütterung entspricht dem ausbezahlten Futterwert von 5.00 Fr./ 100 kg (bis am 15.09.2018 /in loser Schüttung).

Dank ihrem hohen Stärkegehalt haben Kartoffeln einen sehr hohen Energiegehalt, was unter anderem den Futterverzehr merklich fördert. Folge dessen kann mit Kartoffeln die Energieversorgung gesteigert werden, was ein hohes Leistungspotenzial ermöglicht. Mit einer Beständigkeit von 21 Prozent wird ein gewisser Anteil der Stärke nicht im Pansen sondern erst am Dünndarm verdaut. Aufgrund dieser Eigenschaften eignen sich Kartoffeln insbesondere gut als Rationskomponente der hoch leistenden Kühe oder in der Grossviehmast.  Betriebe, die im Winter silofreie Milch produzieren, können mit der Zufütterung von Kartoffeln stark von deren appetitanregender Wirkung profitieren, da sie den Kühen eine beliebte Abwechslung zum Dürrfutter bieten. Inforama

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