23.11.2017 09:39
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Kartoffeln
«Fläche unbedingt reduzieren»
In diesem Jahr gab es bei den Frühkartoffeln Überschüsse. Um eine solche Situation, soll die Fläche im kommenden Jahr reduziert werden. Am Konzept werden aber keine Änderungen vorgenommen. Der Schwerpunkt liegt auf einer möglichst frühen Marktversorgung mit vorwiegend schalenfesten Kartoffeln aus der neuen Ernte.

2017 bescherte den Produzenten ein Grossernte. Einerseits trugen die Stauden im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr Erdäpfel, andererseits wurde die Fläche ausgedehnt. 2015 und 2016 gingen als schlechte Frühkartoffeljahre in die Geschichte ein.

Überschusssituation

Die Anbaufläche der gedeckten Speise-Frühkartoffeln hat gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent zugenommmen und betrug 438 ha (2016: 390 ha, 2015: 359 ha, 2014: 387 ha). Gemäss der Schweizerische Zentralstelle für Gemüsebau (SZG) haben insgesamt 150 Produzenten Flächen angemeldet – drei mehr als im Vorjahr.

Zum Teil wurden Flächen ohne Abnahmeverträge gepflanzt, mit der Spekulation auf ein drittes schlechtes Kartoffeljahr in Folge. Somit waren die Produzenten nicht ganz unschuldig an der Überschusssituation. In die Kritik kam auch die Migros und deren Lieferant. So wurden von Seiten der Produzenten beklagt, dass die Zürcher Detailhändlerin im Vergleich zu Mitbewerber Coop nicht früher auf einheimische Ware umgestellt habe.

Kritik an Migros und Terralog

Die Umstellung auf Inlandware sei ein mehrere Tage dauernder Prozess, sagte die Migros auf Anfrage von «Schweizer Bauer» Mitte Juni. Die Umstellungstermine würden auch auf die Empfehlung der Abpackbetriebe hin definiert. Ernst Arn, Geschäftsführer der Terralog AG, der Kartoffelhauptlieferantin der Migros, dementierte die Vorwürfe gegenüber «Schweizer Bauer».

Sie hätten auf Schweizer Ware umgestellt und dies würde auch im Offenverkauf umgesetzt. «Wir übernehmen von unseren Direktlieferanten sämtliche Kartoffeln», stellte Arn klar. «Mit Spekulanten ohne direkten Produzentenvertrag arbeiten wir nur zusammen, wenn es uns nützt. Viele ohne Vertrag werden heuer ein Absatzproblem haben», warnte der Terralog-Geschäftsführer im Juni 2017.

«Unbedingt reduzieren»

Damit sich eine solche Situation nicht mehr wiederholt, soll die Anbaufläche reduziert werden. Die Frühkartoffelfläche habe 2017 das obere Limit erreicht, teilt die Branchenorganisation der Kartoffelbranche, Swisspatat, am Donnerstag mit. «Nur dank der leeren Lager konnte die gesamte Ernte vermarktet werden», heisst es weiter.

Für eine gesunde Angebots- und Nachfragesituation müsse die Frühkartoffelfläche 2018 unbedingt wieder etwas reduziert werden, mahnt die Swisspatat. Zudem sei wie jedes Jahr die Flächen- und Sortenplanung zwingend mit den Abnehmern abzusprechen.

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