11.08.2015 14:25
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gentechnik
Für Genkartoffeln war der Sommer zu heiss
Die Feldversuche mit gentechnisch veränderten Kartoffeln auf dem Areal Reckenholz in Zürich-Affoltern gehen dem Ende entgegen. Sie haben nicht die erhofften Resultate gebracht. Der Versuch litt unter der Hitze und der Trockenheit, wie die landwirtschaftliche Forschungsanstalt Agroscope mitteilte.

Feldversuche mit gentechnisch veränderten Kartoffeln wurden dieses Jahr erstmals durchgeführt. Ziel der Forscher ist es, Kartoffeln zu züchten, die resistent sind gegen die Kraut- und Knollenfäule. Laut Agroscope ist diese Pilzinfektion die wichtigste Kartoffelkrankheit weltweit. In der Schweizer Kartoffelproduktion seien sieben bis acht Fungizid-Behandlungen pro Jahr erforderlich, um diese Krankheit zu bekämpfen.

Die extreme Hitzewelle und die trockenen Verhältnisse im Juli verzögerten jedoch laut Agroscope die Krankheitsentwicklung stark. Trotz Bewässerung und dem künstlichen Ausbringen des Krankheitserregers sei der Krankheitsbefall zu schwach, um zuverlässige Beobachtungen zur Resistenz machen zu können.

Unterschiedliches Wachstum

Im Rahmen der Biosicherheitsforschung wurde auch das Wachstum der Pflanzen verfolgt. Dabei zeigten sich die cisgenen Linien, bei denen nur arteigene Gene eingebracht werden, keine Auffälligkeiten im Vergleich zur Ausgangssorte Désirée. Wie erwartet habe es deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Kontrollsorten gegeben, schreibt Agroscope.

Untersucht wurden zudem Insekten auf den Kartoffelblättern. Am häufigsten waren Blattläuse zu finden. Auch hier habe es Hinweise auf Unterschiede zwischen den Sorten gegeben, nicht aber zwischen den cisgenen Linien und Désirée.

Genkartoffeln aus den Niederladen

Im laufenden Versuch werden zwei cisgene Kartoffellinien der niederländischen Universität Wageningen im Feld getestet. Zur Kontrolle dienten die Ausgangssorte Désirée und sechs weitere konventionell gezüchtete Kartoffelsorten. Den cisgenen Linien wurden ein Gen, beziehungsweise zwei Gene aus Wildkartoffeln übertragen, die eine Resistenz gegen den Erreger der Kraut- und Knollenfäule ermitteln sollen.

Ab dem nächsten Jahr will Agroscope mit allen acht bewilligten cisgenen Linien arbeiten. Dann soll sich zeigen, welche Gene und Genkombinationen in der Schweiz gegen die Kraut- und Knollenfäule wirksam sind.

Erste Resultate beim Weizen

Versuche mit genverändertem Weizen der Universität Zürich wurden bereits zum zweiten Mal durchgeführt. Während letztes Jahr der Befall mit Mehltau über die ganze Saison nur schwach war, herrschten im Mai und Juni dieses Jahres optimale Bedingungen für diese Krankheit.

Dadurch war es laut Agroscope den Forschenden möglich, auch feine Unterschiede in der Mehltauresistenz messen zu können. Es habe sich gezeigt, dass einzelne Resistenzgene und insbesondere Pflanzen mit einer Kombination von zwei Resistenzgenen sehr resistent waren.

Der genveränderte Weizen wurde Ende Juli geerntet und der Versuch für dieses Jahr beendet. Wie bei den Kartoffeln sollen beim Weizen Erkenntnisse zu den Grundlagen der Krankheitsrestistenz gegen Pilze gewonnen werden.

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