20.09.2017 16:11
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Getreide
Futter- statt Brotweizen säen
Die Brotweizenernte 2017 ist zur Überraschung der Branche gut ausgefallen. Trotz ungünstiger Wetterverhältnisse gibt es rund 100'000 Tonne überschüssiges Brotgetreide auf dem Markt. Der Getreideproduzentenverband ruft auf, Brot- durch Futtergetreide zu ersetzen.

Die Brotgetreide-Ernte fiel deutlich über den Erwartungen aus. Die mahlfähige Menge erreicht fast 470'000 Tonnen, der Bedarf in der Schweiz liegt bei 370'000 Tonnen. Damit ergibt sich ein Überschuss von rund 100'000 Tonnen Brotgetreide.

Mehrere Massnahmen nötig

Der Schweizerische Getreideproduzentenverband (SGPV) ist daran, Lösungen zu erarbeiten, um negative Auswirkungen auf den Produzentenpreis zu verhindern. So prüft der Verband die Inbetriebnahme von strategische Lagern, um die Mengen- und Qualitäts-Schwankungen zwischen den Ernten auszugleichen.

Weiter will der SGPV das WTO-Zollkontingent, unter Beibehaltung der Gesamtmenge von 70'000 Tonnen, «optimal bewirtschaften». Als weitere Massnahmen sollen Deklassierungen in den Futtersektor für die Restmenge vorgenommen werden. Die Lagererstellung und die Verschiebung des Zollkontingents seien Massnahmen, die nicht jährlich wiederholt werden könnten, merkt der SGPV an.

Überschuss-Risiko verkleinern

Deshalb sind aus der Sicht des Verbandes die Brotweizenflächen zu reduzieren. «Produzenten, die noch den Spielraum haben, in ihrer Fruchtfolge Brotweizen durch Futterweizen oder andere Futtergetreide zu ersetzen, werden deshalb vom SGPV aufgerufen, dies zu tun», heisst es in der Mitteilung. Durch diese freiwillige Massnahme werde das Überschuss-Risiko für 2018 verkleinert.

Futterweizen: Eigenversorgung noch 19 Prozent

Futterweizen ist gesucht. «Wir haben nicht unbedingt ein Futtergetreideproblem, sondern ein Futterweizenproblem», stellte Christian Oesch, Geschäftsführer der Vereinigung Schweizerischer Futtermittelfabrikanten, Ende April an einer Agridea-Tagung zur Schweizer Geflügelwirtschaft fest.

Beim Futterweizen beträgt der Selbstversorgungsgrad der Schweiz nur noch 19 Prozent. Vor zehn Jahren waren es noch um die 70 Prozent gewesen. Aufgrund der Importe und tieferen Preise ist der Anbau in der Schweiz gesunken. «Über 90 Prozent der Futterweizenimporte kommen aus unseren Nachbarländern Deutschland und Frankreich», sagte Oesch. Das sei ein wichtiges Argument in Diskussionen um die Futtermittelherkunft. 

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