29.12.2018 07:10
Quelle: schweizerbauer.ch - Jonas Ingold und Michael Wahl, lid
Jahresrückblick 2018 (6/8)
Gemüse: Hohe Produktionskosten
Der Schweizerische Bauernverband (SBV) zieht Bilanz über das Jahr 2018. In der achtteiligen Serie erfahren Sie das Wichtigste zum Landwirtschaftsjahr 2018. Im sechsten Teil geht es um Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüse.

Für die Gemüseproduzenten war 2018 ein anspruchsvolles Jahr. Es war geprägt durch tiefe Preise, vereinzelte Überproduktion und Trockenheit. Die Salatsaison startete laut dem Verband Schweizer Gemüseproduzenten später als im Vorjahr, die Mengen explodierten kurz nach Erntebeginn aufgrund des überaus warmen Frühlings. Trockenheit und Hitze sorgten im weiteren Jahresverlauf für Ausfälle. Gross fielen auch die Karottenmengen zum Saisonstart aus, die Abnehmer mussten zeitweise gar die Annahme stoppen.

Die Tomaten-Produktion lag heuer über dem Vorjahr, der Absatz der grossen Mengen stockte, was auf die Preise drückte. Die Spargel-Ernte fiel heuer überdurchschnittlich aus. Die Gemüseproduzenten mussten vielerorts aufgrund des trocken-heissen Sommers grossflächig bewässern, was die Produktionskosten in die Höhe trieb. Beim Lagergemüse zeichnen sich durchschnittliche bis leicht unterdurchschnittliche Mengen ab. Diese Ware wurde unter einem grossen Arbeits- und Bewässerungsaufwand produziert.

Zuckerrüben: Zu kleine Ernte

Aus den schätzungsweise 1,26 Millionen Tonnen Rüben werden rund 195'000 Tonnen Schweizer Zucker gewonnen. Die Rübenernte ist so tief wie seit 2006 nicht mehr. Dementsprechend wird zu wenig Schweizer Zucker produziert, um die Nachfrage zu decken. "Wir produzieren gesamthaft mit Bio- und Importrüben knapp 220'000 Tonnen Zucker, was im Bereich der letzten schwachen Jahre 2013, 2015 und 2016 liegt", sagt Guido Stäger, CEO der Schweizer Zucker AG. Um den Schweizer Markt zu versorgen, würden 260'000 Tonnen benötigt. Es werden deshalb bedeutende Importe von Zucker und Dicksaft nötig werden.

Etwas Licht am Horizont bringt der Zuckerbranche die Erhöhung der Stützung, die vom Bundesrat Ende November beschlossen worden ist. Der Einzelkulturbeitrag für Zuckerrüben steigt um 300 Franken auf 2'100 Franken pro Hektare. Zudem wird der Mindestgrenzschutz für Zucker auf 7 Franken pro 100 Kilo festgelegt. Die neue Stützung gilt befristet von Anfang 2019 bis 2021.

Kartoffel: Gute Qualität

Die Kartoffel-Ernte 2018 liegt mit der von der Branchenorganisation Swisspatat geschätzten Menge von 446'978 Tonnen um gut 14'000 Tonnen unter dem Vorjahreswert und ungefähr im Schnitt der letzten 10 Jahre. Trotz Trockenheit liegt der Flächenertrag mit 403 Kilo pro Are nur knapp unter dem Vorjahr.

Die Bäuerinnen und Bauern pflanzten die Kartoffeln wegen der tiefen Temperaturen dieses Jahr erst spät. Weil der Frühling sonnig und warm war, holten die Kartoffeln auf, so dass je nach Region um 1 bis 2 Wochen früher als üblich geerntet werden konnte. Die Qualität ist mehrheitlich gut, obwohl in einigen Regionen die Trockenheit den Kartoffeln zu schaffen machte - dies vor allem im Nordosten des Landes. Trockene Böden erschwerten zudem die Erntearbeiten.

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