19.10.2017 06:03
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Getreide
Glyphosat: IP-Suisse handelt
IP-Suisse-Produzenten sollen ab nächstem Jahr beim Anbau von Getreide auf Glyphosat verzichten. Der Getreideproduzenten- und der Bauernverband betonen, dass Glyphosat in der Schweiz nicht auf Getreidekörner gelangt.

Die IP-Suisse will wegkommen vom Glyphosat. Ab der Aussaat 2018 tritt beim Getreideanbau eine neue Richtlinie in Kraft. Sie verbietet den Einsatz von Glyphosat-haltigen Herbiziden ab der Ernte der Vorkultur bis zur Ernte der Hauptkultur – beim IP-Suisse-Getreide.

Sonderbewilligung möglich

«Der Druck auf die Landwirtschaft, auf den Einsatz von Glyphosat zu verzichten, nimmt zu», begründet IP-Suisse-Geschäftsführer Fritz Rothen die Massnahme. «Unsere Abnehmer und die Konsumenten stützen den Entscheid.» Mittlerweile gebe es bei der Direktsaat Alternativen zum Glyphosat-Einsatz, betont Rothen. 

«Wir suchen eine Lösung, die für alle unsere Produzenten tragbar ist. Wo ein Einsatz von Glyphosat unumgänglich ist – etwa bei der Direktsaat –, besteht die Möglichkeit, eine Sonderbewilligung bei der Geschäftsstelle zu beantragen.» Laut Rothen zieht IP-Suisse in Erwägung, den Glyphosat-Einsatz auch bei weiteren Labelprodukten einzuschränken.

Mehr Pflug, mehr Erosion

Gemäss Beat Wyss, Landwirt und Lohnunternehmer aus Oberramsern SO, kann der Entscheid von IP-Suisse auch negative Folgen haben: «Wenn die Bauern statt der Much- oder der Direktsaat den Pflug einsetzen, steigt das Erosionsrisiko. Für den Boden ist das keine gute Sache.» Positiv sei, dass mit der neuen Richtlinie Ausnahmen möglich seien.

Sandra Helfenstein vom Schweizer Bauernverband verweist darauf, dass Glyphosat in der Schweiz komplett anders als im Ausland eingesetzt werde: «Die direkte Behandlung der Kultur oder die problematische Vorerntebehandlung sind bei uns verboten.» Es stehe jedem Label frei, seine Regeln anzupassen. «Die Umsetzung könnte aber  für einige Betriebe eine Herausforderung werden, vor allem für diejenigen, die Raps in der Fruchtfolge haben», befürchtet sie. 

Keine Glyphosat-Rückstände

Fritz Glauser, Landwirt und Präsident des Getreideproduzentenverbandes, betont wie Helfenstein, dass Glyphosat in der Schweiz nicht wie im Ausland mit dem Getreide in Berührung komme: «Untersuchungen haben bewiesen, dass keine Glyphosat-Rückstände im Schweizer Getreidekorn zu finden sind, was für uns sehr wichtig ist.» Ganz auf das Herbizid verzichten könne man nicht: «In einigen Situationen brauchen wir Glyphosat gegen problematische Unkräuter.»

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