3.04.2013 14:41
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Bienen
Hafl und Fenaco präsentieren «Menuplan» gegen Bienensterben
Den Bienen macht ein kleiner Parasit das Leben schwer. Nahrungsmangel und Insektizide können die Bienen zusätzlich anfällig auf Milben und Krankheiten machen. Die Hafl, Bauernverbände sowie die Fenaco-Tochter UFA-Samenhaben eine vielversprechende Saatgut-Mischung für Bienenweiden entwickelt.

Die Biene und deren Massensterben wurden in vergangenen Monaten oft thematisiert. Der Schweizer Dok-Film „More Than Honey“ machte ebenfalls auf die Problematik aufmerksam. In den vergangenen Wochen standen einige Inhaltsstoffe von Insektiziden der beiden Agrarchemiefirmen Bayer und Syngenta in der Kritik.

Kombination von Faktoren Grund für Massensterben

Vermutlich ist eine Kombination von der Varroamilbe, Sauerbrut, Viren, Nahrungsstress und Insektiziden, die das Bienenvolk schwächt und schliesslich zum Absterben führt, wie die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften Hafl in einem Communiqué am Mittwoch schreibt.

Aus diesem Grund hat ein Forscherteam, das sich aus Mitgliedern der Hafl, apisuisse, Inforama Rütti, dem Bernischen und Schweizerischen Bauernverband sowie der Fenaco-Tochter Ufa-Samen, in den vergangenen zwei Jahren daran gemacht, das Futterangebot der Bienen zu verbessern. Denn Nahrungsstress hat gemäss den Forschern einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung, Gesundheit und Abwehrkraft der Bienen. Besonders zwischen Mitte Mai und Ende Juli fehlt es den emsigen Insekten an Nahrung.

Fünfmal mehr Bienen in Bienenweide als in Buntbrache

Die Forscher können nach zwei Jahren Forschung „vielversprechende Resultate“ präsentieren. Mit der getesteten Saatmischung habe der „Menuplan“ so ausgeweitet werden können, dass von Anfang Juni bis Ende Juli ein reichliches Nahrungsangebot zu Verfügung stehe, heisst es weiter.

So habe die die Mischung im Vergleich zu Buntbrachen sehr gut abgeschnitten. Auf der Versuchsanlage der Bienenweide wurden fünfmal mehr Bienen gezählt als in der Buntbrache. «Einzig die Trachtlücke von Mitte Mai bis Anfang Juni kann in der Regel wegen des Bodenfrosts bei der Aussaat nicht gefüllt werden», so Projektleiter Hans Ramseier. So eine kurze Zeitspanne falle aber viel weniger ins Gewicht, hebt er hervor.

Die Bienenweide hat aber noch weitere Vorteile. So gedeiht diese auf nährstoffreichen Böden, zudem stösst diese von den „Direktbetroffenen“, sprich den Bauern, auf breite Akzeptanz.

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