23.08.2016 15:02
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Dänemark
Harsche Kritik an Biolandbau
Obwohl die biologische Landwirtschaft in Dänemark inzwischen bereits etwa 7% der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche bestellt, ist diese Wirtschaftsweise auch in dem skandinavischen Land nicht unumstritten.

In einem aktuell erschienenen Kommentar in der Zeitung „Berlingske“ moniert der Leiter des renommierten Think Tanks Copenhagen Consensus Center, Bjørn Lomborg, insbesondere die aus seiner Sicht zu niedrige Produktivität des Biolandbaus
im Vergleich zur konventionellen Wirtschaftsweise.

Lomborg räumt zwar ein, dass die biologische Produktion auf derselben Fläche Vorteile zur konventionellen Produktionsweise aufweise, was schädliche Emissionen oder Nährstoffauswaschungen betreffe. Diese Vorteile seien jedoch mit einer wesentlich geringeren Produktivität erkauft, mit der sich der positive Beitrag des Biolandbaus insgesamt ins Gegenteil verkehre, so der Leiter.

Nach seiner Darstellung kommt die Biowirtschaft auf dem Acker bei gleichen Produktionsmengen auf ähnlich hohe Treibhausgasemissionen wie das konventionelle Pendant. Bei Stickoxiden und Ammoniak sei der Ausstoss auf dem Bioacker bei gleichen Tonnagen an Feldfrüchten sogar höher. Noch schlimmer sei, dass die biologische Landwirtschaft für die gleiche Produktionsleistung einen um 84% höheren Flächenbedarf aufweise als der konventionelle Ackerbau. Dieser Bedarf gehe zu Lasten natürlicher Flächenreserven und Biotope, beklagt der Leiter des Kopenhagener Think Tanks.

Hart ins Gericht geht er auch mit der biologischen Tierhaltung: Die so gehaltenen Nutztiere sind nach seinen Worten nicht gesünder als ihre konventionellen Pendants. Vermeintliche Verbesserungen wie Freilandhaltung führten vielmehr zu einer stärkeren Exposition gegenüber Krankheitserregern und Parasiten. Unter dem Strich bleibe die biologische Landwirtschaft zudem ein Phänomen der reichen Industriestaaten, konstatiert Lomborg.

Der grösste Teil der Menschheit ist nach seiner Überzeugung ohnehin auf die konventionelle Lebensmittelproduktion mit Dünger und Pflanzenschutzmitteln angewiesen. Würde die Landwirtschaft weltweit auf Bio umstellen, entstünde für Milliarden Menschen eine ernste Versorgungslücke bei Nahrungsmitteln.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE