Samstag, 22. Januar 2022
29.11.2021 10:02
Finnland

Historisch schlechte Getreideernte

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Von: AgE

Nachdem schon Schweden und Dänemark ihre Erwartungen an die diesjährige Getreideernte deutlich zurücknehmen mussten, hat nun auch das staatliche Institut für Natürliche Ressourcen (LUKE) seine Schätzung zur finnischen Getreideerzeugung stark gekürzt. 

Das Institut geht jetzt lediglich noch von einem Aufkommen von insgesamt 2,6 Mio. aus. Noch im August hatten die Statistiker eine Ernte von 3,1 Mio. t Getreide vorhergesagt.

Der aktuellen Schätzung zufolge wäre in diesem Jahr die kleinste Menge seit Beginn des 21. Jahrhunderts gedroschen worden. Das Ergebnis läge sogar noch um 100’000 t unter dem im Dürrejahr 2018. Zuletzt war 1992 ein ähnlich schlechtes Druschergebnis erzielt worden. Der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre dürfte um 30% verfehlt worden sein.

Die Ursachen für die grösstenteils enttäuschenden Erträge lagen in Finnland wie in weiten Teilen Nordeuropas im Wetter begründet: LUKE hatte zwischenzeitlich berichtet, dass die Aussaat des Wintergetreides im Herbst 2020 zwar unter günstigen Bedingungen erfolgt sei. Im Frühjahr hätten dann jedoch Hitze und Trockenheit für erheblichen Stress in den Feldbeständen gesorgt, während schliesslich die Ernte zeitweise regelrecht ins Wasser gefallen sei.

Von der finnischen Hauptgetreideart Gerste ist nach den Erhebungen von LUKE mit schätzungsweise 1,02 Mio. t die kleinste Ernte seit 1974 zusammengekommen. Das Vorjahresergebnis dürfte um 26% unterschritten worden sein. Beim Hafer fiel der relative Einbruch mit 34% gegenüber 2020 noch deutlich stärker aus. In den Lagern dürften damit maximal 783’000 t von dieser Getreideart liegen. Vergleichsweise stabil zeigt sich die Weizenerzeugung, die sich mit 683’000 t in etwa auf dem Niveau des vergangenen Jahres bewegen soll.

Deutlich nach oben zeigt die Schätzung für den Raps, von dem laut LUKE ein Drittel mehr als 2020 gedroschen
wurde. Allerdings spielt die Ölfrucht mit insgesamt 41’000 t landesweit keine grosse Rolle. Die Erbsenernte soll trotz der im vergangenen Jahr deutlich angehobenen Anbauprämie um 20 % kleiner ausgefallen sein als im Vorjahr.

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