Freitag, 5. März 2021
04.07.2015 06:16
Getreide

Hitze macht der Gerste Beine

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Von: Doris Grossenbacher

Die Gerstenernte ist in vollem Gang. In den meisten Regionen der Schweiz sind bereits zwei Drittel der Felder gedroschen. Sammelstellenleiter sprechen von guten Erträgen und sehr guten Hektolitergewichten.

Die Temperaturen über 30 Grad lassen die Gerste rasch abreifen. So kommt es vor, dass die Stängel noch leicht grünlich sind, die Körner aber bereits unter 12 Prozent Feuchtigkeit haben. Viele Posten würden daher eher zu trocken abgeliefert, melden Sammelstellenleiter an der Umfrage des «Schweizer Bauer» zum Stand der Gerstenernte.

Gute Erträge

Über zu wenig Trocknungskapazität, wie es im letzten Sommer oft der Fall war, müssen sich die Sammelstellen also aktuell keine Sorgen machen. Auch herrscht wenig Hektik bei der Annahme, da die Wetteraussichten weiterhin gut sind. Allerdings muss das Erntegut gekühlt werden. «Die Qualität leidet, wenn die Gerste in der Zelle 35 bis 40 Grad warm ist», sagt ein Silochef.

In der Westschweiz ist in den tieferen Lagen bereits alle Gerste gedroschen. In der übrigen Schweiz sind rund 70% der Felder geerntet. Nur in späten Lagen wie etwa der Ajoie und in höheren Lagen beginnt die Ernte erst. Mit wenigen Ausnahmen sind sich die Sammelstellenleiter einig: «Die Gerste liefert heuer gute Erträge, wenn auch nicht ganz so hohe wie im letzten Jahr.» Die meisten sprechen von einem Extenso-Ertrag von 55 bis 75 kg/a, mit Ausreissern nach unten und oben.

Bei Gerste aus intensivem Anbau werden die Flächenerträge auf 80 bis 100 kg/a geschätzt. Einzelne Posten lagen auch darüber. In einigen Regionen, etwa im Freiamt AG oder im Zürcher Unterland, haben die Kulturen im Mai zum Teil unter der Nässe gelitten.

Erster Raps gedroschen

Überdurchschnittlich gut präsentieren sich die Hektolitergewichte. Im Schnitt werden rund 68 Kilo gemessen. Die Landi Düdingen meldet sogar Gerstenposten, die 75 Kilo schwer sind. «Die Landwirte sind zufrieden mit der Gerstenernte 2015», so das Fazit der meisten Befragten. Bis gestern wurde ausser in den Kantonen Genf und Waadt noch kein Raps angenommen. In den übrigen Gebieten dürfte aber die Rapsernte nächste Woche ebenfalls starten. Auch bis die ersten Weizenposten geliefert werden, dürfte es nicht mehr allzu lange dauern.

Einigen Sammelstellenleitern, vor allem in der Westschweiz, bereiten die Trockenheit und die Aussichten auf weiterhin heisses Wetter Sorgen: «Auf leichten Böden, oder wo es wenig geregnet hat, wird der Weizen jetzt rasch gelb und kann nicht mehr ausreifen. Kleine Körner sind die Folge.»

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