28.05.2014 08:38
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Syngenta
Hobbit wird vermehrt, Wootan geprüft
Syngenta ist nicht nur in sachen Pflanzenschutz stark. Bei Raps, Gerste und Mais hat der Konzern interessane neue Sorten in der Prüfung. Auf den Demoparzellen in Dielsdorf ZH konnten sie besichtigt werden.

Über 100 Bauern, Lohnunternehmer und Berater nutzten am letzten Freitag die Gelegenheit, sich bei Syngenta in Dielsdorf ZH live in den Demo-Parzellen über neue Sorten und Neuheiten im Pflanzenschutz zu informieren. Wobei Ron Wohlhauser, Leiter Applikationstechnologie bei Syngenta, deutlich machte: «Wir fassen den Begriff Pflanzenschutz weiter, als einfach Wirkstoffe zu verkaufen. Wir wollen euch helfen, die Produkte optimal anzuwenden.»

Grosse Tropfen

Deshalb zeigte er am Posten zur Applikationstechnik, was die neuen Abstandsauflagen im Pflanzenschutz bedeuten und wie man ihnen begegnen kann: «Antidrift-Düsen versprühen grössere Tropfen, die fliegen weniger weit. So kann man näher an den Parzellenrand spritzen.» Dass die Wirkstoffe wegen den grösseren Tropfen weniger exakt verteilt werden und das Blatt weniger stark benetzen, lässt Wohlhauser nicht gelten.

Wer 200 bis 400l Wasser auf eine Hektare spritze, habe kein Problem. Heikler werde es, wenn wie im Ausland unter 100l pro Hektare ausgebracht würden. Syngenta hat Versuche mit verschiedenen Antidrift-Düsen in Weizen und Gerste durchgeführt und dabei keine  Unterschiede gefunden.

Kohlhernietolerant

Nicht nur mit der Applikationstechnik, auch mit der Sortenwahl kann man den Pflanzenschutzmitteleinsatz optimieren. Etwa, indem man früh blühende Rapssorten sät, die dem Glanzkäfer weniger lang ausgeliefert sind. Diesbezüglich habe Syngenta mit SY Carlo eine neue Sorte im Angebot, erzählte Syngenta-Berater Hansueli Brechbühl. «Damit eine Sorte den Sprung in die Liste empfohlener Sorten schafft, muss sie mindestens 3 Prozent mehr Ertrag bringen als der Durchschnitt der Standardsorten.» SY Carlo hat nicht nur das geschafft, sondern überzeugt auch mit gutem Ölgehalt.

Im zweiten Versuchsjahr ist die kohlhernietolerante Sorte SY Alister. Wenn alles klappt, wird sie zur Aussaat 2016 zur Verfügung stehen. Mit SY Saveo hat Syngenta beim Raps eine weitere, sehr ertragsstarke Züchtung im 1. Versuchsjahr.

In der Schweiz vermehrt

Auch bei der Gerste dreht das Sortenkarussell. Hier sind es vor allem die Hybriden, die die Sortenliste aufmischen werden. Nachdem für die Aussaat 2013 kein Hobbit-Saatgut zur Verfügung stand, sollte die Sorte, die durch den Ertrag und das wertvolle Fettsäurenmuster besticht, für die Aussaat 2014 wieder lieferbar sein. Dafür sorgt Syngenta mit 50ha Vermehrungsfläche in der Schweiz.

Wie man Gerste vermehrt, zeigte Versuchsleiter Joël Meier anhand von männlichen und weiblichen Gerstenpflanzen. Er betonte aber auch, dass man es nicht bei der Saatgutproduktion belasse: «Derzeit führen wir umfangreiche Versuche durch, um zu klären, wie sich eine reduzierte Saatstärke bei Hybridgerste auf den Ertrag auswirkt. Zudem wollen wir neue Erkenntnisse zur Spätsaatverträglichkeit gewinnen.»

Die Versuche machen Sinn, denn mit Wootan steht auch eine neue Hybridsorte in den Startlöchern. Sie ist in der Schweiz im ersten Versuchsjahr, hat aber die europäische Zulassung bereits erhalten. «Wootan besticht in Deutschland mit 5 Prozent mehr Ertrag als Hobbit», so Meier, «wir sind gespannt, ob sie dieses Potenzial auch unter Schweizer Bedingungen umsetzen kann.»

Lücke schliessen

Noch nicht soweit ist man beim Mais. Dort hofft Urs Steinmann von Syngenta, dass zwei mittelfrühe Silomaissorten 2015 den Sprung in die Liste empfohlener Sorten schaffen: SA 0702 – sie wird noch einen «richtigen» Namen erhalten – und SY Tribore. SY Tribore ist helmithosporiumresistent und schliesst damit eine Lücke im Sortiment der eher frühen Silomaissorten.

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