2.12.2013 08:41
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Kartoffeln
Hohe Hürden für Kartoffelbau
Mit der AP 2017 werden auch die Anforderungen an den ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) angepasst. Ab Herbst 2014 gelten strengere Regeln zum Bodenschutz. Das wird Folgen für viele Kartoffelbauern haben.

Mit den ÖLN-Regeln, die ab Herbst 2014 gelten, werden die Vorschriften zur Vermeidung von Erosion deutlich strenger. «So streng, dass insbesondere der Kartoffelbau in Hügellagen faktisch unmöglich wird», kritisiert Heinrich Hebeisen vom BBZN Hohenrain LU.   

Beinahe die Hälfte der Nutzflächen im Talgebiet gefährdet

Ab Herbst 2014 gilt schon ein erstmaliges sichtbares Auftreten von Erosion  als Verstoss gegen die ÖLN-Richtlinien, sofern nicht genügend vorbeugende Massnahmen getroffen wurden. Bisher kam es erst nach wiederholten Bodenabschwemmungen zu Sanktionen. Mit den immer häufiger auftretenden Starkniederschlägen nehmen Anzeichen von Erosion grundsätzlich zu. Gemäss Erosionsrisikokarte ist beinahe die Hälfte der Nutzflächen im Talgebiet potenziell gefährdet.

Die präventiven Massnahmen, die ein Bauer nachweisen muss, werden in einer Vollzugshilfe präzisiert und mit Punkten bewertet. Mindestens vier Punkte sind nötig. «Viele Kartoffelbauern kommen aber  mit angemessenen Massnahmen nicht auf vier Punkte», hat  Hebeisen nachgerechnet. «Ein Beispielbetrieb mit einer 80m breiten Hangparzelle mit der Fruchtfolge Silomais (Streifenfrässaat), Weizen (Mulchsaat) und anschliessender Gründüngung, Kartoffeln (Pflug), Weizen (Mulchsaat) und zwei Jahren Kunstwiese erreicht nur einen Punkt. Dies, weil für Kartoffeln in der Fruchtfolge grundsätzlich drei Punkte abgezogen werden.» Wenn eine Kultur mit Streifenfrässaat gesät werde, gebe es hingegen nur einen Punkt.

Strenge Vorkehrungen


Anton Candinas vom Bundesamt für Landwirtschaft bestätigt, dass die Anforderungen deutlich strenger werden. Er begründet: «Kartoffeln sind bezüglich Bodenerosion die kritischste Kultur. Auf Flächen mit Erosionsgefahr ist ihr Anbau nicht oder nur unter strengen Vorkehrungen erwünscht.» Wer auf einer gefährdeten Hangparzelle unbedingt Kartoffeln anbauen wolle, müsse alle möglichen, teils aufwendigen Vorkehrungen treffen, um den Boden zu schützen: «Dann kommt man auf die nötige Punktzahl.» Für jene Flächen, die nicht im Risikogebiet liegen würden, gebe es keine so drastischen Einschränkungen.

Laut Candinas sind  bei der Umsetzung noch nicht alle Fragen im Detail geklärt: «Wie genau die Kontrollen gehandhabt werden, wird noch besprochen.» Im Endeffekt erlaube eine Punktetabelle aber im Gegensatz zu einem Verbot, auch im Risikogebiet eine standortgerechte Bewirtschaftung sicherzustellen.

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