19.03.2019 10:10
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
Irland: Angst um Ackerbau
Der irische Bauernverband (IFA) hat „dringende“ politische Massnahmen auf nationaler und EU-Ebene angemahnt, um einen weiteren Rückgang des „gefährdeten“ Ackerbaus zu verhindern. Zugleich rief der Vorsitzende des IFA-Getreideausschusses, Mark Browne, die Farmer dazu auf, beim Kauf von Mischfutter auf heimisches Getreide in den Rationen zu bestehen.

Dem IFA zufolge produzieren einige Händler Futtermischungen, die wenig oder gar kein irisches Getreide mehr enthielten und dieses mit Körnermais aus Nicht-EU-Quellen ersetzen. „Die Ackerbauern sind verärgert über den Rückgang der Verwendung von irischem Getreide. Dabei sind heimisch erzeugter Weizen und auch Gerste noch vorrätig“, berichtete Browne.

Nach seinen Berechnungen dürften im gesamten laufenden Wirtschaftsjahr 1,3 Mio t Körnermais zu Futterzwecken importiert werden, wobei ein Grossteil aus Kanada, Brasilien und der Ukraine stammt.

Importe ohne Umweltgedanke

Der IFA monierte, dass die Europäische Union Abkommen mit bestimmten Ländern ausgehandelt habe, ohne eine Gleichwertigkeit in Bezug auf Umwelt- oder Produktionsstandards zu fordern. Für den Bauernverband ist es „nicht hinnehmbar“, dass die Getreideerzeuger gezwungen sind, mit Nicht-EU-Futtermitteln zu konkurrieren, da diese Wettbewerbsvorteile in Bezug auf Gentechnik, Düngemittelkosten und beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hätten.

Nach Brownes Einschätzung hat dies in Irland zu einem Rückgang der Anbaufläche bei den wichtigsten Getreidekulturen in den vergangenen zehn Jahren um 20 % auf 67'500 ha geführt.

Heuchlerisch und nicht akzeptabel

Der IFA stellte klar, dass eine Akzeptanz unterschiedlicher Standards auf irischer und EU-Ebene für heimisches und importiertes Getreide seitens des Berufsstandes nicht toleriert werden könne. Es sei „heuchlerisch“ seitens der EU-Kommission, die Regulierungslast für die lokalen Getreideerzeuger zu erhöhen und gleichzeitig den Zugang für Nicht-EU-Futtermitteln verstärkt zu ermöglichen.

Dem Verband zufolge sind die irischen Ackerbauern unverhältnismässig stark von Konvergenz- und Greening-Massnahmen in der aktuellen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) betroffen, weshalb eine weitere Verringerung der GAP-Beihilfen nach 2020 nicht akzeptiert werden könne. 

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