30.11.2015 15:15
Quelle: schweizerbauer.ch - big
Dünger
Jeder dritte Phosphordünger illegal
Phosphordünger enthält zu viel giftiges Kadmium. Das zeigen Kontrollen des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW).

Das BLW untersuchte 44 phosphorhaltige Mineraldünger auf Schwermetalle. «Die Resultate sind alarmierend», so die Sendung «Kassensturz» auf SRF 1.  Nur 24 der 44 Dünger hielten den gesetzlichen Grenzwert von 50 g/t ein. Ein Drittel der Dünger enthielt deutlich mehr Kadmium als erlaubt. Rund die Hälfte der getesteten Firmen verstosse gegen das Gesetz, so «Kassensturz».

Belastet Nieren und Böden

Kadmium kommt natürlicherweise im Phosphorgestein vor. Die Erde des weltgrössten Phosphorlieferanten Marokko gilt als besonders kadmiumhaltig. Mit dem Dünger gelangt Kadmium auch auf Schweizer Äcker. Besonders Gemüse, Kartoffeln und Getreide nehmen Kadmium auf.

Gemäss Human-Toxikologe Rex Fitzgerald kann Kadmium die Nieren schädigen. Auch in Böden baut sich Kadmium schwer ab. Martin Rufer vom Schweizer Bauernverband  fordert die Düngerindustrie zum Handeln auf: «Es darf nicht sein, dass uns Dünger verkauft wird, der nicht den schweizerischen Vorschriften entspricht. Fruchtbare Böden sind das Kapital der Landwirtschaft», so Rufer.

Problem ist bekannt

Für die Industrie ist der Grenzwert das Problem: «Wir sind noch sehr weit weg von den europäischen Grenzwerten von 137 g/t», sagt Heinz Mollet von der Fenaco gegenüber «Kassensturz». Die Schweizer Grenzwerte verunmöglichten die Beschaffung von gesetzeskonformem Spezialdünger teilweise, schreibt auch Agricura-Geschäftsführer Max Zulliger. Für den Bund kommt ein weniger strenger Grenzwert gemäss BLW allerdings nicht infrage.

Das Problem ist den Behörden und der Düngerindustrie seit Langem bekannt. Bereits 2002 verletzten 37 Prozent der getesteten Dünger den Grenzwert. Samuel Vogel vom BLW räumt ein, dass die Aufsicht strenger werden müsse.

 

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