30.08.2014 08:21
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Kartoffeln
Kartoffeln: Richtpreise unter Vorjahr
Nach der historisch kleinen Ernte 2013 zeichnet sich für 2014 eine überdurchschnittliche Kartoffelernte ab. Die Hauptsorge wird das Verhindern von Fäulnis sein. Die Richtpreise liegen unter dem Niveau des Vorjahres.

Am 18. und 19. August 2014 haben die Vertreter von Produktion, Handel und Industrie der Swisspatat in allen Regionen der Schweiz über 1100 repräsentative Kartoffelmuster von sämtlichen relevanten Sorten ausgewertet. Die Resultate dienen als Grundlage für die Ernteschätzung 2014.

Grossfallende Kaliber

Die Flächenerträge lagen mit 397 kg Speiseanteil pro Are über alle Sorten gesehen rund 8% über dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre, wie die Swisspatat mitteilt. Die Kaliber sind tendenziell grossfallend, die Raclettes-Anteile daher mit 12% bei der Hauptsorte Charlotte eher tief.

Die äusseren und die inneren Qualitäten sind mittelmässig. Bei Agria ist verbreitet Buckel- und Pulverschorf festzustellen. Bei Agria und Lady Rosetta wurde häufig Hohlherzigkeit festgestellt. Die generell hohen Stärkegehalte mahnen zur Vorsicht bei der Ernte, um Schlagschäden und Blaufleckigkeit zu vermeiden.

Fläche hat zugenommen - Tiefere Richtpreise

Gemäss den Hochrechnungen hat die Kartoffelanbaufläche 2014 zugenommen. Sie ist um 2,6% auf 11330 ha gestiegen, was einer Zunahme von 291 ha entspricht (definitive Fläche 2013: 11'039 ha). Die grösste Zunahme fand im mehligkochenden Bereich sowie bei den Industriesorten statt.

Aufgrund des grösseren Angebots gegenüber der leicht gesunkenen Nachfrage über fast alle Sorten hinweg und unter Berücksichtigung des schlechten Erntejahres 2013 liegen die Produzentenpreise 2014 unter dem Niveau des Vorjahres. Im Frischkonsum beträgt der Produzentenpreis für die mehligkochenden Sorten (mit Ausnahme von Bintje und Désirée) neu 41.25 Fr./100 kg. Für die festkochenden Alexandra, Annabelle, Charlotte, Ditta, Erika, Gourmandine und Nicola gelten neu 44.70 Fr./100 kg.

Bei der wichtigsten Frites-Sorte Agria liegt der Preis mit 42.85 Fr./100 kg über dem mittleren Preisband. Für die wichtige Chips-Sorte Lady Claire gilt neu ein Preis von 41.65 Fr./100 kg. Der Basispreis für grob- oder feldsortierte Veredelungskartoffeln wurde einheitlich für alle Sorten bei einem Stärkegehalt von 14% auf 24 Fr./100 kg festgelegt.

Gute Bioerträge erwartet

Auch bei den Biokartoffeln zeichnet sich im Vergleich zu den Vorjahren eine grosse Ernte ab. Der Durchschnittsertrag über alle Sorten beträgt 235 kg Speiseanteil pro Are und liegt damit fast 5% über dem 5-Jahres-Mittel. Bei den Hauptsorten ist der Durchschnittsertrag sogar über 10% höher als in den Vorjahren.

Eine solide Nachfrage mit guten Abverkaufszahlen und überdurchschnittliche Erträge führen dazu, dass die Preise 2014 für Biokartoffeln im festkochenden Bereich bei  92 Fr./ 100 kg und im mehligkochenden Bereich bei  91 Fr./100 kg festgelegt wurden.

Zur Frischverfütterung

Die Frischverfütterung ist wie üblich ab sofort möglich. Gesuche können entweder direkt an einen offiziellen Qualiservice-Kontrolleur aus der Region gerichtet werden oder an die Geschäftsstelle Swisspatat (Tel. 031 385 36 50). Eine Liste mit den zugelassenen Kontrolleuren ist aufgeschaltet auf www.kartoffel.ch ?  Branche ? Markt.

Über die Höhe der Beiträge wird im November entschieden, sobald exaktere Mengenschätzungen vorliegen. Quadratmasse aller Grössen und das Merkblatt «Übernahmebedingungen der Ernte 2014» sind erhältlich bei Swisspatat unter www.kartoffel.ch oder Tel. 031 385 36 50.

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