5.08.2015 17:01
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/lid
Kartoffeln
Kartoffeln treiben erneut aus - Kulturen überprüfen
Das Klima der vergangenen Wochen hat das Auskeimen der wachsenden Knollen im Boden begünstigt, teilweise kam es sogar zur Bildung einer zweiten Generation von Knollen aus diesen Keimen heraus. Zur Vermeidung von Ernteeinbussen müssen die Kulturen gemäss Agroscope regelmässig überprüft werden.

Die Kartoffel fühlt sich in einem kühlen bis gemässigten Klima wohl. Diese Kulturpflanze ist in der Vegetationsperiode sehr anfällig gegenüber klimatischen Widrigkeiten. Die heissen Temperaturen der vergangenen Wochen haben dem Erdapfel nicht gefallen. Ländere Trockenperioden oder eben hohe Temperaturen bremsen das Wachstum der Knollen.

Sobald es wieder Niederschläge gibt und die Temperaturen sinken, beschleunigt sich das Wachstum wieder. Bei gewissen Sorten kann dieser erneute Wachstumsschub mit einer Keimung oder einer erneuten Ausbildung von Knollen an den wachsenden Knollen einhergehen, vor allem oben auf dem Damm.

Qualitätseinbussen

Die Forschungsanstalt Agroscope hat an den Standorten Goumoëns-la-Ville und Moudon 47 Sorten Kartoffeln überprüft. Diese erhielten in der Periode vom 10. Mai bis zum 20. Juli lediglich 50 bis 60 mm Niederschlag. Im Juli waren die Kartoffeln Temperaturen von über 30 Grad ausgesetzt. Einige hätten eine zweite Generation Knollen ausgebildet. Andere hätten im Boden gekeimt, teilt Agroscope mit.

Die Sorten Bintje, Agria, Victoria, Ditta, Annabelle und Erika bildeten eine zweite Generation von Knollen aus. Andere Sorten keimten im Boden, zum Beispiel Amandine, Charlotte, Jelly, Markies, Panda. Da sich Keime und die neuen Knollen aus der ersten Knollengeneration gebildet haben, verlieren diese einen Teil ihres Trockehnheitsgehalts. Dies könne zu Qualitätseinbussen führen, beispielswiese zu missgebildeten Knollen oder zu niedrigem Stärkegehalt. Solche Knollen eignen sich laut Agroscope weder für den direkten Konsum noch für die industrielle Verarbeitung.

Proben erheben

Um die Schäden in Grenzen zu halten, empfehlen die Forscher regelmässige Proben auf den Feldern zu erheben. Sobald sich an den Knollen Keime bilden würden, müsste das Kraut vernichtet werden. Das Wachstum einer zweiten Knollengeneration zu stoppen, sei das einzige Mittel um den Schaden zu begrenzen, auch wenn noch nicht der optimale Ertrag erreicht werde, betonen die Forscher.

Produzenten von Industriekartoffeln wird geraten, ebenfalls regelmässig Proben zu erheben und einen Fritiertest durchzuführen. Dies besonders bei der Sorte Agria.

Konnten die Karoffeln bewässert werden, darf eine gute Qualität und ein guter Ertrag erwartet werden. Auch hier ist eine Keimung der Knollen nicht auszuschliessen. Deshalb empfhielt Agroscope, Kartoffeln von solchen Feldern zu überprüfen.

 

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