4.03.2013 06:41
Quelle: schweizerbauer.ch - Mike Bauert
Kartoffeln
Kartoffelproduzenten wollen mittleres Preisband verteidigen
Die Kartoffelproduzenten wollen, dass die Preise stabil bleiben und dass die Mengen der Nachfrage entsprechen. Kritisiert wurde die Fenaco wegen Reservemengen. Der Rückbehalt für den Verwertungsfonds wird reduziert.

Der Vorstand der Kartoffelproduzenten steckt mitten in den Verhandlungen über die mittleren Preisbänder und für die kommende Ernte. Um den Puls der Basis zu spüren, organisierte die Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten (VSKP) im Vorfeld der Mitgliederversammlung am Dienstag in Kirchberg BE drei Produzentenanlässe. Diese seien von über 200 Produzenten besucht worden, erklärte Ruedi Fischer, Präsident des VSKP.

Konstante Preise

«Das Wichtigste für uns Produzenten sind konstante Preise, deshalb werden wir uns mit aller Kraft dafür einsetzen, dass das mittlere Preisband 2013 gehalten werden kann», erklärte Fischer. Die Festübernahme mit Rückbehalt wurde mehrheitlich positiv eingestuft, allerdings brauche es noch Anpassungen für die neue Ernte. Wenn die Kartoffeln gewaschen werden, sei es wichtig, dass auch der Paritätsbeitrag von 6 Prozent gegenüber ungewaschenen Kartoffeln berücksichtigt werde.

Kritisiert wurde von den Produzenten, dass die Übernahmebedingungen oft und sehr breit interpretiert oder gar abgeändert wurden. Auch wurde die Qualitätskontrolle sehr unterschiedlich gehandhabt. Weiter bemängelt wurde auch, dass die Produzenten das ganze Preisrisiko tragen. Wichtig sei auch, dass Übermengen auf allen Stufen verhindert werden, fasst Fischer die Hauptanliegen der Produzenten zusammen.

Rückbehalt sinkt

Auf Antrag des Vorstandes beschlossen die Mitglieder den ausserordentlichen Rückbehalt für den Verwertungsfonds auf 50 Rappen pro 100 Kilo zu senken. Der ordentliche Rückbehalt von 95 Rappen bleibt unverändert. Der gesamte Branchenbeitrag für die Produzenten beläuft sich damit auf Fr. 1.70 pro 100 Kilo Speiseanteil. Nach der normalen Ernte 2012 wird per 30.Juni 2013 der Fonds rund 4,56 Mio Fr. umfassen.

Kritik an Fenaco

Aus der Versammlung wurde die Fenaco kritisiert, dass sie für die Hauptsorten Agri (Fritessorte) und Lady Claire (Chipssorte) eine Reservemenge von 15 Prozent einplant, ohne dass dafür der Absatz vorhanden sei. Das führe dazu, dass in einem guten Jahr ein Überschuss von 30 Prozent auf diesen Mengen anfallen könne. Wenn die Fenaco eine Garantie wolle für genügend Menge, dann solle sie sich auch daran finanziell beteiligen, wurde gefordert.

Christoph Kohli von der Fenaco betonte, dass diese Reserve als Sicherheit diene, um den Verwertern 100% Schweizer Kartoffeln zu liefern. Die Landi seien frei, ob sie diese Mengen den Produzenten zuteilten oder nicht. Die Verarbeiter zahlen 20 Rappen in den Verwertungsfonds, pro Jahr rund 250'000 Franken, erklärte Fischer.

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