16.01.2014 18:14
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Umwelt
Landwirtschaft verbessert ihre Umweltbilanz
Die Umweltbelastung durch die Landwirtschaft hat sich in den Industriestaaten zwischen den Jahren 2000 und 2010 verringert, obwohl die Produktion zeitgleich leicht gestiegen ist. Das geht aus der aktuellen Ausgabe von „Environment at a Glance“ hervor, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) herausgegeben hat.

Demnach erhöhte sich die Agrarproduktion im gesamten OECD-Raum in der ersten Dekade des neuen Jahrtausends schwächer als noch in den 1990er Jahren, legte aber insgesamt um etwa 1% zu. Parallel dazu sank der Analyse zufolge insbesondere durch einen effizienteren Düngemitteleinsatz der Stickstoff-Überschuss der Landwirtschaft in den OECD-Staaten um insgesamt ungefähr 1%, der Phosphor-Überschuss sogar um etwa 5%.

Entkopplung Produktion und negative Einflüsse

Auch die Treibhausgasemissionen und der Wasserverbrauch bewegten sich nach unten. Die Ergebnisse seien angesichts weiterhin hoher Umweltbelastungen durch die Landwirtschaft in zahlreichen OECD-Ländern kein Grund zur Entwarnung, sie belegten aber eine zunehmende Entkopplung der Produktion von negativen Einflüssen auf die Umwelt, betont die Organisation.

Ähnlich fällt deren Analyse für die Gesamtwirtschaft im OECD-Raum aus. In den zehn Jahren bis 2010 seien durchaus Fortschritte erzielt worden, sie seien jedoch nicht ausreichend, um „unsere natürlichen Ressourcen für die Zukunft zu sichern“.

Wälder teilweise gefährdet

Im Einzelnen gehen die Autoren unter anderem auf den Schutz der Ressourcen Wald, Luft und Wasser ein. Der Waldanteil am Gesamtareal des OECD-Raumes sei seit 1990 mit 30% relativ konstant geblieben. Ferner werde die Waldnutzung in den meisten Staaten in quantitativer Hinsicht dem Grundsatz der Nachhaltigkeit gerecht. Hierbei gebe es jedoch beträchtliche Unterschiede innerhalb der verschiedenen Länder.

Ausserdem seien viele Wälder durch Degradation, Fragmentierung und Umwandlung in andere Landnutzungsflächen gefährdet. Bei der kommerziellen Nutzung der Wälder spiele die wachsende Nachfrage nach Holz, die durch die Ziele imBereich der erneuerbaren Energien befeuert werde, eine immer grössere Rolle. Die Luftverschmutzung misst die Organisation anhand der Schwefeldioxyd- und Stickoxyd- Emissionen.

Mehr Wasser wiederverwendet

Diese seien in den OECD-Staaten seit 1990 zwar deutlich gesunken, in einigen wenigen Staaten hätten sie sich jedoch parallel zum Bruttoinlandsprodukt und zum stetigen Wachstum des Strassenverkehrs weiter nach oben entwickelt, berichten die Autoren. Die Süsswasserentnahme im OECD-Raum sei seit 1990 strotz einer gestiegenen Nachfrage stabil geblieben, vor allem weil stärker auf alternativen Wasserquellen wie zum Beispiel wiederverwendetes Wasser zurückgegriffen worden sei.

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