25.12.2017 14:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Agrarflächen
Mehr Agrarflächen nur noch im Süden
Die Intensivierung und Steigerung der globalen landwirtschaftlichen Erzeugung ist zu einem grossen Teil auch auf die Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzfläche auf der Südhalbkugel zurückzuführen.

Wie die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) am Dienstag vergangener Woche unter Hinweis auf Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Weltbank feststellte, werden die Sojaanbauflächen in Südamerika und die Palmölplantagen in Südostasien und insbesondere in Indonesien weiter ausgedehnt.

So habe sich der Anteil der Ackerfläche an der gesamten Landesfläche in den Jahren 1964 bis 2014 in Argentinien um 7 Prozentpunkte auf 14,3% erhöht und in Brasilien um 6,4 Prozentpunkte auf 9,6%. Gleichzeitig sei der betreffende Anteil der Plantagen in Indonesien um 8 Prozentpunkte auf 12,4% gewachsen und in Malaysia sogar um 13,1 Prozentpunkte auf 20,1%. Die Umwandlung von Urwald sowie anderen für den Umwelt- und Klimaschutz notwendigen Flächen stösst laut UFOP zunehmend auf öffentlichen und politischen Widerstand.

Daher müssten für alle Anbauregionen verbindliche Nachhaltigkeitsanforderungen geschaffen werden, wie sie bereits in der Erneuerbare-Energien Richtlinie für Biokraftstoffe und die zu deren Herstellung benötigten Anbaubiomasse auch für Staaten ausserhalb der EU festgelegt seien. Technisch sei es heute möglich, die Biomasseproduktion unabhängig von der Endverwendung zu zertifizieren und zu überwachen, wie dies bei der Rapsproduktion in Deutschland bereits umgesetzt werde, so der Verband.

Unterdessen ist die Ackerflächenentwicklung auf der Nordhalbkugel laut UFOP bedingt durch Naturschutzprogramme und den Flächenbedarf für Infrastruktur und Siedlungsflächen seit Jahren rückläufig. So sei für den Zeitraum 1964 bis 2014 in den USA eine Abnahme des betreffenden Anteils an der Gesamtfläche um 2,5 Prozentpunkte auf 16,9% verzeichnet worden und in der EU 15 ohne Belgien und Luxemburg ein Minus um 7,9 Prozentpunkte auf 25,9%. Allerdings hätten hier Produktivitätssteigerungen den Flächenrückgang mehr als ausgeglichen. Dies sei nicht zuletzt das Ergebnis der Forschungs- und Innovationsleistung von Hochschulen und Unternehmen.

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