13.02.2017 14:40
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Boden
Mehr Humusaufbau durch Gründüngung
Für den Humusaufbau auf viehlosen Landwirtschaftsbetrieben ist entgegen bisheriger Einschätzungen wohl doch die regelmässige Gründüngung besser geeignet als die Einarbeitung von Stroh. Das ist das Ergebnis einer vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) geförderten Studie, die an der Universität Giessen abgeschlossen wurde.

Die Auswertung der aktuell vorliegenden Langzeituntersuchungen zum Thema hat laut Angaben des BÖLN ergeben, dass Gründüngungsvarianten zur Erhöhung des Humusanteils beitragen, während eine ausschliesslich Strohdüngung nicht zu einer Anreicherung führt.

Bislang habe man Stroh als günstiger für den Humusaufbau eingeschätzt, weil es viel Lignin enthalte und daher langsamer abgebaut werde, erläuterte das BÖLN. Allerdings spiele bei der langfristigen Kohlenstoffbindung durch Stroh der Stickstoffgehalt des Bodens eine zentrale Rolle. Wenn den Bodenorganismen Stickstoff fehle, gehe mehr Kohlenstoff verloren. Vor diesem Hintergrund sollten viehlose Biobetriebe regelmässig Futterleguminosen als Hauptfrucht anbauen.

Optimale Bedingungen für den Humusaufbau könnten vor allem durch eine zusätzliche Ausbringung von Stallmist oder Biogassubstraten geschaffen werden, die über Futter-Mist-Kooperationen mit viehhaltenden Betrieben bezogen werden könnten, so das BÖLN. Auch konventionell arbeitende Höfe sollten - trotz der bei ihnen grundsätzlich ausreichenden Stickstoffversorgung - humusaufbauende Massnahmen durchführen, die über den Verbleib von Koppelprodukten wie Stroh hinausgingen. Geeignet sei auch hier der Anbau von Futterleguminosen als Hauptfrucht, ebenso der Anbau von Zwischenfrüchten.

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