18.03.2014 06:29
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
App
Mit Apps erfolgreicher ackern
Mit Smartphones kann man mehr als telefonieren. Sie werden je länger, je mehr zum Ackerbauberater im Hosensack. Apps liefern Infos zu Düngung oder Pflanzenschutz.. Dabei gehen die Entwickler ganz neue Wege.

Mit dem Handy auf dem Rapsfeld an verschiedenen Stellen einige Blätter fotografieren, ergänzende Infos zu Vegetationsstand oder Ertragserwartung eingeben – und schon erhält man die Information, wie viel Stickstoff die Pflanzen bereits aufgenommen haben und wie viel ihnen noch gegeben werden sollte. Möglich macht es eine neue Smartphone-App namens ImageIT, die vom norwegischen Düngerproduzenten Yara entwickelt wurde.

Mit Handykamera den Stickstoffbedarf abschätzen

Martin Bertschi vom Strickhof hat sie getestet und findet: «Wenn es tatsächlich möglich ist, mithilfe der Handykamera den Stickstoffbedarf abzuschätzen, ist das eine kleine Revolution.» Noch ist er nicht zu 100 Prozent überzeugt, dass ImageIT tatsächlich verlässliche Angaben liefert. Er will es aber wissen: «Wir werden die App am Strickhof weiter testen und ihre Angaben mit anderen Verfahren zur Stickstoffaufnahme vergleichen.» Schade sei nur, dass die App die Schweizer Düngungsnormen nicht kenne, sodass man ihre Empfehlungen noch nicht 1:1  umsetzen könne.

ImageIT ist nur eine von vielen neuen Apps. Die Amazone-App liefert die Streutabellen für Düngerstreuer, Syngenta TankCalc hilft bei der  Berechnung der Spritzen-Befüllungspläne. Die Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenbau (SFZ) hat gleich zwei Apps neu lanciert. «Sie sind seit 2013 erhältlich», präzisiert Samuel Jenni von der SFZ. «135 Unkräuter sowie 100 Krankheiten und Schäden der Rüben lassen sich damit anhand von Fotos direkt im Feld diagnostizieren.»

Apps kein Ersatz für eigene Beobachtungen

Ähnliche Apps zur Bestimmung von Unkräutern, Ungräsern, Krankheiten und Schädlingen in verschiedenen Kulturen – abgestimmt auf Schweizer Verhältnisse – bietet auch die Firma Bayer. Neben den Apps gibt es immer mehr für Smartphone optimierte Websites. Kartoffelproduzenten können so seit 2013 über die PhytoPre-WebApp aktuelle Informationen zur Kraut- und Knollenfäulesituation via Smartphone abrufen. Aufgrund der geografischen Ortung mittels Smartphone-GPS beziehen sich die Infos direkt auf den aktuellen Aufenthaltsort. 

Andreas Bürki, unabhängiger Ackerbauberater von der GMS Handels AG, begrüsst diese Entwicklungen: «Die Apps sind eine gute Ergänzung, aber kein Ersatz für eigene Beobachtungen. Sie können vieles, aber nicht in die Zukunft schauen.» Um abzuschätzen, wie sich die Situation im Feld entwickle, müsse der Mensch weiterhin selber denken.

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