28.06.2020 15:44
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Ackerbau
Mit Drohne gegen Maiszünsler
Bei der Bekämpfung des Maiszünslers setzen immer mehr Landwirte auf den Einsatz von Drohnen.

Diese überfliegen GPS-gesteuert das befallene Feld und werfen in regelmässigen Abständen biologische Kapseln mit Schlupfwespeneiern ab. Die Schlupfwespen parasitieren den Maiszünsler und vernichten ihn dadurch. Die BayWa AG, die diese Art der Schädlingsbekämpfung als Dienstleistung anbietet, verzeichnet ein stark steigendes Interesse.

Allein in diesem Jahr habe sich die Zahl der behandelten Hektar in Württemberg im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, berichtete das Unternehmen. Im Zusammenhang mit den Drohnenflügen hat die BayWa auch dieses Jahr wieder eine Feldschilderaktion gestartet, die über diese wenig bekannte Methode des Pflanzenschutzes informieren soll.

Pro Tag bis 120 Hektaren

„Der Anblick von Drohnen ist ungewöhnlich und ruft oft erst einmal Verunsicherung hervor“, so Silke Kramer von der BayWa Agrar in Württemberg. Dabei handele es sich aber um eine absolut umweltschonende und bereits häufig praktizierte Form des Pflanzenschutzes, „und das wollen wir mit dieser Aktion vermitteln“. Pro Tag können Kramer zufolge zwischen 70 ha und 120 ha mit den Drohnen abgeflogen werden. Es seien pro Feld zwei Massnahmen im Abstand von zehn bis 14 Tagen notwendig.

Biologischer Pflanzenschutz gegen den Maiszünsler sei schon in Vor-Drohnen-Zeiten möglich gewesen, erklärte die Pflanzenschutzexpertin. Dafür habe der Landwirt aber durch sein Feld laufen und alle 10 m eine Karte mit Schlupfwespeneiern aufhängen müssen. Abgesehen vom hohen Zeitaufwand habe der Landwirt wegen der scharfen Kanten der Maisblätter auch mit Schnittwunden im Gesicht rechnen müssen, denn der Mais sei zur Flugzeit desMaiszünslers schon recht hoch. Die Drohne sei lediglich ein einfacheres Hilfsmittel, um die Schlupfwespen zielgerichtet auszubringen. 

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