16.08.2020 09:20
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/mge
Deutschland
Neue Schädlinge durch Klimawandel
Weil sich das Klima verändert, wandern neue Schädlinge ein. Ein Deutsches Projekt widmet sich dem Thema, mit dem Ziel eine digitale Befallsvorhersage für Schädlinge und Pilzkrankheiten zu entwickeln.

Im Zuge des Klimawandels müssen auch die Zuckerrübenerzeuger mit neuen Schädlingen an ihren Kulturen rechnen. Wie das Projekt „Nachhaltiges Insekten-und Krankheitsmanagement im Zuckerrübenanbau der Zukunft“ (NIKIZ) in der vergangenen Woche berichtete, wurde neben der Schilfglasflügelzikade auf großen Flächen im Projekt jetzt auch der mediterrane Verwandte des heimischen Schnellkäfers nachgewiesen.

Eingewanderter Käfer hat Vorteil

Der aus dem Mittelmeergebiet eingewanderte Käfer habe mit seinen Larven, die wegen ihrer länglichen und drahtähnlichen Gestalt auch als Drahtwürmer bezeichnet würden, einen Vorteil gegenüber der heimischen Art, denn schon nach zwei bis drei, anstatt drei bis fünf, Jahren sei bei ihm die Larvenentwicklung abgeschlossen. Die frühen Entwicklungsstadien seien sehr gefräßig und schädigten die jungen Rübenpflanzen.

Allerdings vermehren sich laut NIKIZ auch einheimische Insekten wie Blattläuse durch den Klimawandel in ungewohnt hoher Zahl. Im Projekt seien bereits sehr früh nach einem warmen Winter Blattläuse und die von ihnen übertragenen Viren in Zuckerrüben nachgewiesen worden. Schon Anfang Juni seien lange vor den ersten Symptomen die gefährlichen Vergilbungsviren auf Rübenäckern im Südwesten gefunden worden.

Ziel ist eine digitale Befallsvorhersage

Im Rahmen des Projekts werden in einem Netz von 15 Praxisbetrieben Pflanzen in wöchentlichem Abstand auf Schädlinge und Krankheiten untersucht. Konkretes Ziel ist eine digitale Befallsvorhersage für Schädlinge und Pilzkrankheiten, für die in Deutschland bisher keine Basis vorhanden ist. Auf Grundlage derartiger Prognosen soll NIKIZ zufolge das Schädlingsmanagement der Zukunft erfolgen.

Wegfall von Saatgutbehandlungen begünstigt Schädlinge

Der Wegfall von Saatgutbehandlungen begünstige viele Schädlinge, die bisher von den Nutzpflanzen ferngehalten worden seien - Blattläuse, Erdflöhe und Rüsselkäfer könnten jetzt leichte Beute machen. Ebenfalls beobachtet werden im Rahmen des Projektes die natürlichen Gegenspieler der Schädlinge. 2020 hätten diese aber der Flut an Blattläusen nicht Einhalt gebieten können; eine warme Winterwitterung ohne nennenswerten Frost im Südwesten sowie ideale Vermehrungsbedingungen im Frühjahr hätten eine explosionsartige Vermehrung ermöglicht (www.nikiz.de), berichtete NIKIZ

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE