18.09.2013 09:54
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt
Weizen-Junior-Cup
Ostdeutsche hatten das launische 2013 am besten im Griff
Mit der erfolgreichsten Anbaustrategie, sowohl im Extenso, als auch in der intensiven Variante haben die Agrartechniker aus Sachsen-Anhalt den Titel abgeräumt. Infolge der Entfernung musste sich „die Göttertlichen“ ganz auf die Ferndiagnosen und Prognosen aus E-Mail und Internet verlassen, taten dies aber offensichtlich mit Erfolg. Die Plätze zwei und drei erkämpften sich die „Liebegg BLS 1b“ und das Zürcher „Löwenteam“.

Die Wetterkapriolen im Weizenjahr 2012/13 stellten die Junior-Cup Teams - wie auch die Praktiker - vor grosse Herausforderungen: Insgesamt fiel in Lindau gegenüber dem langjährigen Mittel die anderthalbfache Niederschlagsmenge mit Extremen im Dezember und Mai. Die Monate Februar, März und Mai waren ungewohnt kühl und in den Monaten Januar bis Mai fehlte zudem die Sonne. Aus diesen Gründen konnte Stickstoff aus dem Boden kaum mobilisiert werden. Viele Teams reagierten auf diese Umstände mit höheren N-Gaben oder verabreichten eine Düngergabe mehr als ursprünglich geplant. Teams welche ihre Strategie nicht angepasst hatten, mussten teilweise grosse Ertragseinbussen hinnehmen. 

Neben einer guten Sortenwahl und Saatdichte, der optimalen Pflege mit den geeigneten Nährstoffen und Pflanzenschutzmitteln zur richtigen Zeit geht es im Weizen Junior-Cup aber auch darum die Kosten im Griff zu haben. Was am Schluss zählt, ist nicht der Kornertrag, sondern der kostenbereinigte Gelderlös (Deckungsbeitrag). Fünfzehn Teams konnten sich in zwei Anbauverfahren, einer Extenso- und einer Intenso-Variante mit den Konkurrenten messen. Der Wettbewerb wurde am Strickhof bereits zum neunten Mal durchgeführt und auch diesmal in Kleinparzellen mit je vier Zufallswiederholungen angelegt. Alle Dünge- und Pflegearbeiten wurden von den Teams laufend als Aufträge formuliert und durch den Strickhof Ausbildungs- & Versuchsbetrieb zeitgerecht durchgeführt.

Beim Herbizid gespart

Wie gewohnt haben viele Teams bei der Unkrautbekämpfung versucht Kosten zu sparen. Aufgrund des hohen Drucks an Ackerfuchsschwanz und Klebern waren einige Weizenparzellen starker Konkurrenz ausgesetzt. Zwei Drittel der Teams haben in der Intenso-Variante einen Wachstumsregler eingesetzt. Da auffallend wenig Mehltau und ein mässiger Septoria-Druck zu beobachten war wurden Fungizide meist erst auf das Fahneblatt oder erst als „Ährenwäsche“ ausgebracht. Die Unterschiede sowohl in der Sortenanfälligkeit, als auch in den Fungizid-Strategien konnte gut beobachtet werden, als der Braunrost relativ spät doch noch stark Einzug hielt und einige Sorten an den Rand der Notreife brachte.

Kaum Probleme gab es mit den Getreidehähnchen, welche dann auch nur von einem Team bekämpft wurden. Witterung Strategien und Anbaumassnahmen Ausgangslage und Ziel im Weizenjahr Mit sehr guten Kornerträgen, von ordentlicher Qualität und mit gemässigten Kosten zeigte das Agrartechnikerteam „Die Göttertlichen“ aus Sachsen-Anhalt allen den Meister. Der auf den ersten Blick etwas merkwürdige Teamname wurde zu Ehren ihres Direktors Dr. Göttert gewählt. Den zweiten Platz belegt die Aargauer Betriebsleiterklasse „Liebegg BLS 1b“, welche die Kosten in beiden Anbauverfahren sehr tief zu halten vermochte und den dritten Rang erreichte „das Löwenteam“ der Jungzüchter Zürich dank einer sehr erfolgreichen Intenso-Variante. Die unglücklichen Vierten heissen „The Chemical Brothers“ und schlossen mit einem hauchdünnen Rückstand von Fr. 5.- ab.

3000 Franken Preisgeld

Die 10. Austragung des Weizen Junior-Cup`s wird diesen Herbst im Rahmen der Agrolinie-Feldtage in Kölliken ausgesät. Auch diesmal können 15 Teams an den Start. Für beide Anbauintensitäten (Extenso/Intenso) muss eine separate Sorte mit entsprechender Saatstärke gewählt werden. Haben Sie schon ein Team beisammen? Die Anmeldefrist läuft bereits… also sich jetzt gleich unter weizencup.ch informieren, Formular herunterladen und ausgefüllt zurücksenden. Es winken spannende Diskussionen, lehrreiche Erfahrungen und ein Preisgeld von insgesamt 3000 Franken.

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