22.11.2014 09:28
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Kartoffeln
Querdämme stoppen Erosion
Das Bundesamt für Landwirtschaft prüft Alternativen zur umstrittenen Punkteliste. Die Kartoffelproduzenten sind erleichtert. Auch sie wollen Bodenerosion vermeiden. Der Querdammhäufler ist eine neue Möglichkeit.

Die umstrittene Punkteliste zum Erosionsschutz steht auf der Kippe. «Wir prüfen Alternativen», bestätigt Laurent Nyffenegger vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW). «Zur Diskussion stehen eine Überarbeitung des Formulars oder eine Lösung ohne Formular.» Nyffenegger hält aber auch weitere Lösungen in Zusammenarbeit mit der Branche für denkbar. Zentral seien in jedem Fall gezielte Kontrollen nach einem starken Regenereignis. «Entschieden ist noch nichts. Wir lassen uns Zeit. 2015 und 2016 werden keine Kürzungen der Direktzahlungen aufgrund der neuen Regelung erfolgen.»

Punkteliste

Die neue Regelung hätte vorgesehen, dass schon ein erstmaliges Auftreten von Erosion als Verstoss gegen die ÖLN-Richtlinien gewertet wird, sofern nicht genügend vorbeugende Massnahmen getroffen wurden. Zum Nachweis der Massnahmen wurde die Punkteliste geschaffen – eine Liste, die den Kartoffelbau in Hügellagen mit Minuspunkten abstrafte.

Ruedi Fischer, Präsident der Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten, kann sich eine Lösung ohne Formular sehr gut vorstellen: «Wir Bauern werden sowieso regelmässig kontrolliert. Wieso können dann nicht gleich allfällige Erosionsereignisse angesprochen und Massnahmen vereinbart werden?» 

Einzelanfertigungen

Auch ohne Punkteliste liegt es im Interesse der Bauern, den Boden vor Erosion zu schützen. Helfen könnte eine Erfindung aus Deutschland: der Querdammhäufler. Er häufelt automatisch alle paar Meter kleine Querdämme auf. Wie effektiv das wirkt, zeigten Bewässerungsversuche in Deutschland. Forscher liessen es 70l Wasser pro Stunde und Quadratmeter regnen. Ohne Querdamm flossen 20l ungehindert ab. Mit Querdamm gingen nur 0,5l verloren. Ohne Riegel in der Rinne wurden zudem 6,4t/ha Erde aus der Oberfläche gerissen, mit Riegel waren es 0,2t.

«Der Querdammhäufler ist in Deutschland und Frankreich im Einsatz», weiss Andreas Rüsch vom Strickhof in Lindau ZH. «Dabei handelt es sich um Einzelanfertigungen.» In der mechanischen Ausführung kosten diese 5000 bis 6000 Euro, in der hydraulischen Version 10000 bis 11000. Rüsch kann sich den Einsatz des Querdammhäuflers auch in der Schweiz vorstellen, er hat die Importmöglichkeiten bereits abgeklärt.

Auch Ruedi Fischer kennt den Querdammhäufler: «Sein Einsatz ist eine gute Möglichkeit unter vielen, Erosion zu vermeiden. Er darf die Produktion aber nicht verteuern.»

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