27.08.2020 06:33
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Ackerbau
Raps-Untersaat als Alternative
Eine geeignete Raps-Untersaat erlaubt einen herbizidlosen Rapsanbau, kann Unkräuter unterdrücken und unerwünschte Rapserdflöhe bewältigen.

Das Prinzip ist einfach: Ausgewählte Pflanzenarten werden gleichzeitig mit dem Raps gesät. Ihr schnelles Wachstum verhindert das Keimen von anderen unerwünschten Unkräutern oder bremst deren Wachstum. Gleichzeitig können die Wurzeln der Untersaat die Rapserdflöhe ablenken.

Raps-Untersaat eignet sich nicht überall

«Die Untersaat im Raps ist seit Jahren ein Thema, und brandneue Erkenntnisse dazu gibt es kaum. Weshalb es dennoch wichtig und richtig ist, das Thema in den Fokus zu rücken», sagt Hans Ramseier, Professor an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL, gegenüber der Fachzeitschrift Die Grüne.

Bei Flurbegehungen sehe man die Untersaat von Genf bis an den Bodensee, schreibt Die Grüne. Doch für eine wirkungsvolle Untersaat müsse auf einiges geachtet werden. Wenn die Hürden überwunden sind, könne auf Herbizide mit dem umstrittenen Wirkstoff Metazachlor verzichtet und gleich gute Erträge erzielt werden. Dabei kämen sogar noch Bundesbeiträge zugute.

Tiefer Unkrautdruck

Eine Hürde sei die Voraussetzung von einem tiefen bis mittleren Unkrautdruck. «Problemkräuter wie Quecken, Disteln oder das Klettenlabkraut dürfen nicht vorhanden sein», mahnt Hans Ramseier. Zudem müssten für die Vernichtung von Ausfallgetreide Stoppelbearbeitungen vor der Rapssaat verrichtet werden. «Das Potential für dieses Verfahren ist trotz der vielen Hürden sehr gross», so Ramseier.

Im Saatguthandel werden verschiedene individuelle Saatmischungen angeboten, wovon vor allem die Westschweiz profitiert. Die Mischungen bestehen zum Beispiel aus Bockshornklee, Platterbsen, Linsen, Ackerbohnen oder Weissklee.

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