25.04.2014 09:45
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Pflanzenkrankheiten
Rapskrebs ist in der Schweiz verschwunden
Die Pflanzenkrankheit Rapskrebs, die früher in der Schweiz zu erheblichen Ernteverlusten geführt hat, ist seit fast zwanzig Jahren verschwunden. Analysen der Forschungsanstalt Agroscope zeigen nun, dass die Klimaveränderung damit zu tun hat.

Der Rapskrebs wird durch den Pilz Sclerotinia sclerotiorum verursacht. Dieser kann neben Raps auch Kartoffeln, Sonnenblumen und Erbsen befallen. Über mehrere Jahre hinweg kann der Pilz in der Erde in Form von Sklerotien überleben, eine Art kleiner schwarzer, sehr zäher Knäuel.

Pilz braucht warmes, feuchtes Wetter

Diese Sklerotien führen zur Verbreitung infektiöser Sporen zur Blütezeit von Raps. Dabei werden die Blütenblätter infiziert. Wenn die Blütezeit beendet ist, fallen die Blütenblätter auf die Blätter, wodurch der Pilz in die Pflanze eindringt und das Pflanzenmark zerstört. Die Pflanze vertrocknet dann sehr rasch.

Damit es zu Infektionen kommen kann, sind jedoch besondere klimatische Bedingungen erforderlich, wie Agroscope am Freitag in einer Mitteilung schreibt: Die mittlere Tagestemperatur muss bei mehr als 10 Grad liegen, zudem muss die Luftfeuchtigkeit durch Regen oder viel Tau hoch sein. Nur wenn beide Voraussetzungen erfüllt sind, kann es zu einer Infektion kommen.

Die Forscher von Agroscope haben nun herausgefunden, dass diese Bedingungen seit 20 Jahren nie vorhanden waren. Es gab zwar Jahre mit ausreichend hohen Temperaturen, in denen jedoch starke Bisen zu einem Austrocknen der Kulturen führten, wie Agroscope mitteilt. In Jahren mit ausreichend Feuchtigkeit war hingegen die Temperatur zu niedrig.

Nur Blütenblätter befallen

Die Kontrolle der Blütenblätter an mehreren Standorten in der Romandie hat gemäss Agroscope zwar gezeigt, dass der Pilz seit 20 Jahren immer die Blütenblätter befällt. Doch die Stängel sind nicht befallen worden - und die Pflanze ist vom Pilz verschont geblieben. Dieses Phänomen sei auch in der Deutschschweiz beobachtet worden.

Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass das fast vollständige Verschwinden der Krankheit in der Schweiz mit der Klimaveränderung zu tun hat. Dennoch müssten die Beobachtungsreihen fortgesetzt werden, schreibt Agroscope. Denn der Pilz warte nur auf günstigere klimatische Bedingungen, um sich auszubreiten.

Klimaentwicklung günstig für Raps

"Unabhängig davon stellt sich heraus, dass sich die Entwicklung des Klimas hierzulande günstig auf Raps auswirkt, bei gleichzeitig gebremster Entwicklung des Rapskrebses", schreiben die Forscher. Mit der Zeit könne dies zu einem deutlichen Rückgang der Behandlung der Blüten mit Pflanzenschutzmitteln führen.

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