22.12.2015 10:54
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Erdmandelgras
Ruf nach einer Meldepflicht
Seit Jahren breitet sich das Erdmandelgras aus. Es kann schlecht bekämpft werden. Deshalb ist die Vorbeugung umso wichtiger. Kantone und Produzenten fordern nun eine Meldepflicht. Die müsste der Bund beschliessen.

Das Erdmandelgras macht zunehmend Probleme im Acker- und Gemüsebau. Es breitet sich – auch durch den überbetrieblichen Maschineneinsatz – aus. Die Bekämpfung ist aufwendig und nicht immer erfolgversprechend. Deshalb sind sich    Pflanzenschutzexperten, Gemüse-, Kartoffel- und Rübenproduzenten einig, dass Handlungsbedarf besteht.

Koordiniertes Vorgehen möglich

«Die Ausbreitung muss gestoppt werden», betont Markus Hochstrasser von der Fachstelle Pflanzenschutz des Kantons Zürich. «Wir haben deshalb schon vor zwei Jahren beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) eine schweizweite Meldepflicht gefordert, die aber abgelehnt wurde.» Eine Meldepflicht würde ein koordiniertes Vorgehen ermöglichen. Befallene Flächen könnten erfasst, nicht betroffene Produzenten gewarnt und Sanierungen mit hohem Pflanzenschutzmitteleinsatz vermieden werden.  

Laut Jürg Jordi vom BLW hatten damals formelle Gründe zur Ablehnung geführt: «Eine Meldepflicht muss von allen Kantonen getragen und kann nicht von einer untergeordneten Stelle beantragt werden.» Kantone und Branchenvertreter nehmen nun einen neuen Anlauf.

Einseitig verordnetes Anbauverbot abgelehnt

Michel Gygax von der Berner Pflanzenschutzfachstelle: «Wir haben einen Vorschlag für Bekämpfungsrichtlinien erarbeitet. Sie beinhalten eine Meldepflicht. Der Antrag ans BLW, die Bekämpfung des Erdmandelgrases behördlich zu regeln, soll über die Landwirtschaftsdirektorenkonferenz eingereicht werden.» Das BLW will sich laut Jordi nicht dazu äussern, solange kein Antrag eingegangen sei. Noch offen ist laut Gygax, ob bei der Sanierung Flächen gesperrt und Ertragsausfälle entschädigt werden sollen.

Ein generelles, einseitig verordnetes Anbauverbot lehnt Simon van der Veer, Rübenproduzent und Vorstandsmitglied im Verband der Zuckerrübenpflanzer, aus heutiger Sicht ab. «Zwingend ist aber eine Melde- und Bekämpfungspflicht, die kulturübergreifend funktionieren muss.» Van der Veer verlangt vom BLW auch beim Pflanzenschutz rasches Handeln: «Das Mittel Permit zeigt in Deutschland eine gute Wirkung gegen Erdmandelgras. Wir möchten in der Schweiz eine Zulassung mit Sonderbewilligung.» 

Olivier Félix vom BLW bestätigt, dass ein Dossier eingegangen ist: «Mit Dual Gold gibt es bei uns bereits ein bewilligtes Produkt. Bei Permit sind noch Fragen bezüglich Umwelt offen, die eine Zulassung derzeit nicht erlauben.»

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