4.08.2016 11:52
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Unwetter
Schäden in Kartoffeln am häufigsten
Die Getreidefelder sind vielerorts gedroschen, der nasse Frühling und Frühsommer noch in bester Erinnerung. Was haben die Wetterkapriolen für die Hagelversicherung bedeutet? Direktor Pascal Forrer gibt Auskunft.

«Schweizer Bauer»: In den letzten Wochen hat es in vielen Regionen der Schweiz gewittert. Wie viele Schadensmeldungen sind bei der Schweizer Hagel eingegangen?
Pascal Forrer: Bis anhin sind rund 3100 Schadensmeldungen eingegangen. Dies entspricht einer geschätzten Schadenssumme von knapp 14 Millionen Franken.

Das Getreide ist gedroschen. In welcher Höhe liegt die Schadensbilanz bisher im Vergleich mit den Vorjahren?
Die Schadensbilanz über alle versicherten Kulturen liegt im langfristigen Durchschnitt. Auffällig ist jedoch, wie bereits im Jahr 2015, der überdurchschnittlich hohe Anteil an Elementarschäden – also zum Beispiel Überschwemmungen, Übersarungen (Abalgerung von Geröll, Schutt, Steine) und Erdrutsche. Während im langjährigen Durchschnitt der Hagel wertmässig gegen 90 Prozent der versicherten Schäden verursacht, sind es heuer gegenwärtig knapp 50 Prozent.

Dies ist wohl eine Folge davon, dass der Frühling und auch der Juni ins Wasser fielen. Hat die Schweizer Hagel diesbezüglich Anfragen von Bauern erhalten, deren Kulturen im Wasser verfault sind? Und welche dieser Schäden wurden im Endeffekt gedeckt?
Versichert sind Schäden infolge von Überschwemmung, Abschwemmen, Übersarung und Erdrutschen. Entsprechend registrieren wir mehr Schadensmeldungen nur bei sehr starken und/oder lang dauernden Niederschlägen, die eine der erwähnten Schadensarten verursachen. Dieses Jahr sind Schäden durch Ab- und Überschwemmung am häufigsten, insbesondere an Kartoffeln, Beeren und Gemüse.

Man hört immer wieder, dass die Sommer immer trockener und heisser werden. Spüren Sie eine steigende Nachfrage nach der Trockenheitsversicherung?
Das Trockenheitsrisiko kann bei den Ackerkulturen im Rahmen unser Ackerbau-Pauschalversicherung Plus, die auch das Auswuchsrisiko beim Getreide abdeckt, versichert werden. Das Angebot geniesst zunehmende Beliebtheit unter den Bauern, es wurde in diesem Jahr von rund 860 Ackerbaubetrieben abgeschlossen.

Planen Sie weitere, neue Angebote, um auf den Klimawandel reagieren zu können?
Seit diesem Jahr kann auch bei Graskulturen das Trockenheitsrisiko im Rahmen unserer Gras-Pauschalversicherung Klima versichert werden. Der Trockenheitsschaden über alle Schnitte – er wird mit einem Grasindex sowie vor Ort ermittelt – muss aber mindestens 25 Prozent betragen, damit er ersatzfähig wird. Dieses neue Produkt wurde 2016 von 20 Betrieben mit rund 400ha Grasland gezeichnet. Unsere Palette an Produkten und Deckungen wird natürlich unter Berücksichtigung der sich verändernden klimatischen Rahmenbedingungen regelmässig überprüft und angepasst.

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