2.09.2016 15:22
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Kartoffeln
Schlechte Kartoffelernte erwartet
Die Kartoffelernte 2016 ist weniger gut als in anderen Jahren. Die Produzentenrichtpreise bewegen sich deshalb am oberen Preisband. Das geht aus einer Mittteilung der Branchenorganisation Swisspatat hervor.

Die starken und anhaltenden Niederschläge im Frühling und die vergangenen heissen Tage hätten Auswirkungen auf Quantität und Qualität der diesjährigen Kartoffelernte.

Regen als Problem

"Nachdem die ersten Kartoffelpflanzungen bei guten Konditionen erfolgten, verzögerte eine lange Regenperiode weitere Pflanzungen und brachte verbreitet die Kartoffeln unter Stress oder gar zum Ersticken. Die Krautfäule in Schach zu behalten war während der ganzen Vegetation eine schwierige Angelegenheit", heisst es. Die heissen Temperaturen der vergangenen Tage seien dem Wachstum ebenfalls nicht förderlich gewesen. So seien die Qualitäten sehr unterschiedlich und die Kaliber verbreitet kleinfallend, was zu einem knappen Angebot führe.

Am 22. und 23. August 2016 haben in sämtlichen Regionen der Schweiz 1'115 repräsentative Kartoffelmuster der relevanten Sorten (inkl. Bio) ausgewertet. Die Resultate dienten als Grundlage für die Ernteschätzung 2016.

Durchschnittlich um 23% tiefere Erträge

Die Bruttoerträge liegen höher als im Vorjahr, aufgrund des tieferen Speisenanteils hingegen, liegen die Flächenerträge mit 265 kg Speiseanteil pro Are über alle Sorten gesehen praktisch auf dem historischen Ertragstief von 2013 (262 kg/a) und 2015 (269 kg/a). Verglichen mit den letzten 5 Jahren, die zwei Kleinsternten enthalten, liegen die diesjährigen Erträge 23% unter dem Durchschnitt.

Die Kaliber sind sehr kleinfallend und die Raclettesanteile dementsprechend hoch. Die äusseren und inneren Qualitäten sind sehr heterogen. So wies jedes vierte Muster Wachstumsrisse auf. Besonders ausgeprägt war dies bei der Sorte Agria. Weitere verbreitete Mängel waren grüne Knollen und Fäulnis.

Der Anteil an Mustern mit noch grünen Stauden ist mit 58.2% etwas höher als im Vorjahr (53.3%), wobei die Stauden dieses Jahr wohl kaum die Kraft für grosse Ertragszuwachse haben. Gemäss Hochrechnungen blieb die Kartoffelanbaufläche im 2016 gegenüber dem Vorjahr stabil. Sie beträgt 10‘898 ha (2015: 10‘981 ha).

Tiefe Erträge auch bei den Bio-Kartoffel

Der Durchschnittsertrag über alle Sorten beträgt 139 kg Speiseanteil pro Are und ist damit 36.5% unter dem Fünfjahresmittel, was auf die schwierigen Witterungsbedingungen zurückzu-führen ist. Die solide Nachfrage führt dazu, dass die Bio-Preise im 2016 für die festkochenden und mehligkochenden Sorten auf Fr. 99.65/100 kg (Vorjahr Fr. 96.-/95.-) festgelegt wurden. Bei der Industrieware beläuft sich der Preis auf Fr. 84.50/100 kg (Vorjahr Fr. 80.75/Fr. 81.-).

Produzentenrichtpreise am oberen Preisband

Aufgrund des tiefen Angebotes und einer nur leicht gesunkenen Nachfrage, erreichen die Pro-duzentenrichtpreise 2016 bei allen Speise-Sorten das obere Preisband. Im Frischkonsum beträgt der Produzentenrichtpreis für Victoria und Jelly neu Fr. 51.35/100 kg (2015: Fr. 47.70). Für die festkochenden Sorten Charlotte, Nicola, Ditta, Annabelle, Alexandra, Erika, Gourmandine, Venezia und Vitabella, beläuft sich der Preis neu auf Fr. 55.65/100 kg (2015: Fr. 52.00). Bei der bedeutendsten Fritessorte Agria liegt der Preis bei Fr. 43.75/100 kg (2015: Fr. 43.10). Für die wichtige Chipssorte Lady Claire gilt neu ein Preis von Fr. 44.65/100 kg (2015: Fr. 44.15).

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