24.11.2017 14:44
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Lebensmittel
Schweizer Getreide ist sauber
Der «SonntagsBlick» stellt die Schweizer Bauern zu Unrecht an den Pranger. Laut einer Studie enthielten insbesondere Teigwaren Spuren von Glyphosat. Grund: Importierter Hartweizen ist oft stark belastet. Mit Video

«Gift in unseren Lebensmitteln. Alles enthält das Herbizid Glyphosat» titelte der «Sonntags-Blick» in seiner jüngsten Ausgabe und stellt die Schweizer Bauern an den Pranger – zu Unrecht. Denn die meisten der untersuchten Lebensmittel, bei denen Glyphosat-Spuren nachgewiesen worden sind, sind importiert.

Hartweizen aus Kanada

Der «SonntagsBlick» bezieht sich auf die ersten Ergebnisse eines Überwachungsprogramms des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), die  im Mai veröffentlicht worden sind. Das BLV überprüft derzeit verschiedene Lebensmittel auf Glyphosat-Spuren. Über 230 Proben aus 19 Kategorien wie Honig, Wein, Brot, Kartoffeln und Gemüse oder Babynahrung  wurden bereits untersucht. Ungefähr 40 Prozent der Lebensmittel enthielten messbare Spuren von Glyphosat, der Grenzwert wurde allerdings nie überschritten.

Am stärksten kontaminiert waren unter anderem Teigwaren mit bis zu 421 Mikrogramm Glyphosat/kg. Aber auch Frühstücksflocken (Müesli) sind belastet. Das Getreide stammt praktisch immer aus dem Ausland. Nathalie Rochat vom BLV bestätigt: «Hartweizen wird kaum in der Schweiz angebaut. Für die Produktion von Teigwaren wird hauptsächlich Hartweizen aus Nordamerika, insbesondere aus Kanada verwendet.» Dort aber wird Glyphosat kurz vor der Ernte auf Kulturen gepritzt, um eine gleichmässige Abreife zu erzielen.

Bundesrat will Glyphosat nicht verbieten

Das ist in der Schweiz verboten. Deshalb wurden in Schweizer Getreidekörnern kaum Glyphosat-Spuren gefunden. Rochat: «Die allermeisten Getreideprodukte aus der Schweiz enthielten weniger als 1 Mikrogramm Glyphosat/kg.» Dies verschweigt das BLV im Bericht – weshalb der «SonntagsBlick» scharf gegen die Bauern schoss.

Der Bundesrat sieht keinen Anlass, Glyphosat zu verbieten. Das schrieb er letzte Woche in seiner Stellungnahme zu einer Motion der Grünen Fraktion im Parlament. Die mechanische oder thermische Unkrautvernichtung sei in vielen Bereichen zurzeit die einzige Alternative zum Glyphosat. «Diese Bekämpfungsmethoden erfordern mehr Energie und Arbeitsaufwand. In anderen Fällen würde die Unkrautvernichtung einfach mit einer Mischung mehrerer Wirkstoffe erfolgen.» Glyphosat sei kaum toxisch für Gewässerorganismen und im Trinkwasser bisher nicht nachgewiesen worden.  

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