5.05.2015 18:44
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Bern/Freiburg
Seeland: Kulturen teilweise unter Wasser
Im Seeland regnete es in vier Tagen so viel wie normalerweise in einem Monat. Die Böden konnten das Wasser nicht mehr absorbieren.

In vielen Teilen auf der Alpennordseite prasselte in den vergangenen Tagen viel Nass auf den Boden nieder. So auch im Berner und Freiburger Seeland. Gemäss Jürg Kurmann von Meteotest fielen in Neuenburg seit vergangenem Freitag 103 mm/m2. Normalerweise werden in Neuenburg im Monat Mai durchschnittlich 88 mm/m2 gemessen. Solche massive Regenmengen führen in der Landwirtschaft zu Problemen. 

Da die Böden gesättigt sind, konnten sie das Wasser nicht mehr absorbieren. Das führte vor allem in Muldenlagen zu Überschwemmungen. Gemüse-, Kartoffel- und Zuckerrübenfelder stehen teilweise unter Wasser. «Zudem ist auch der Grundwasserspiegel stark gestiegen», erklärt Kurmann. Von den Regenfällen betroffen ist auch Ackerbauer Marcel Kissling aus Ins. «Zuckerrüben und Kartoffeln sind gefährdet. Ich rechne mit Ertragsausfällen. Bereits am Freitag waren die Felder erstmals unter Wasser», hält er gegenüber schweizerbauer.ch fest. Die Kulturen stünden teilweise 10 bis 15 Zentimeter unter Wasser. Zuckerrüben dürften nun ersticken, bei den Kartoffeln droht Fäulnis. Sorgen macht er sich auch bei künftigen Gewittern.  

Der Boden sei nun komprimiert, das Wasser dürfte daher bei Starkniederschlägen schlecht versickern. In Kerzers und Umgebung sorgen sich die Gemüsebauern. «Wir können derzeit nicht mit dem Erntewagen auf die Felder fahren. Deshalb müssen wir das Gemüse von Hand aus dem Acker tragen», erklärt Gemüsebauer Olivier Schmied aus Ried FR. Sollte es nun wärmer werden, könne Fäulnis den Gemüsekulturen zusetzen. Meteorologe Kurmann entwarnt. Am Freitag steigt das Thermometer auf 20 Grad, dann wird es kühler.

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