28.01.2014 15:41
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Dünger
Stickstoff statt Phosphor: Warnruf vor schwindenden Erträgen
Ein wachsendes Ungleichgewicht beim Einsatz von Phosphor- und Stickstoffdünger in Afrika könnte bis 2050 zu Ertragseinbussen von fast 30 Prozent führen. Das zeigte eine Studie des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) bei Wien, die in der Fachzeitschrift «Global Change Biology» veröffentlicht wurde.

Hintergrund ist die unterschiedliche Verfügbarkeit von Kunstdünger. Während Stickstoffdünger relativ einfach aus Luft gewonnen werden kann, müsse Phosphor abgebaut werden, wobei die Reserven begrenzt seien. Das mache Phosphordünger teuer.

«Landwirte mit begrenzten Geldmittel kaufen daher eher den billigeren Stickstoffdünger», erklärte Erstautorin Marijn van der Velde vom IIASA, die inzwischen am Joint Research Center der Europäischen Kommission arbeitet, in einer Mitteilung des Instituts. Dies habe aber aufgrund der unausgewogenen Nährstoffzusammensetzung im Boden langfristig negative Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum.

In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Nutzung von Stickstoffdünger in Afrika kontinuierlich erhöht, die Anwendung von Phosphor damit aber nicht Schritt halten können. Deswegen müssten Kleinbauern in Afrika schon jetzt Ertragseinbussen von rund zehn Prozent hinnehmen, berechnet gegenüber Ernteerträgen unter idealen Bedingungen. Sollte sich der derzeitige Trend fortsetzen, würden die Einbussen bis 2050 auf 27 Prozent steigen.

Um die derzeitigen Stickstoffeinträge optimal zu nutzen, müsste die Phosphor-Düngung um das 2,3-Fache erhöht werden, schätzen die Forscher. Das bleibe allerdings aufgrund der Kosten von Phosphor «eine Herausforderung», und das obwohl ein Grossteil der verbleibenden Phosphorreserven in Marokko, und damit auf dem afrikanischen Kontinent, liegen, schreiben die Forscher.

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