10.02.2018 20:33
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
Subventionen drücken Zuckerpreis
Die in einigen Mitgliedsländern der Europäischen Union gewährten Subventionen für Zuckerrübenanbauer führen zu deutlichen Wettbewerbsverzerrungen gegenüber den Staaten, die keine spezielle Beihilfe zahlen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die die Abteilung für Wirtschaftsforschung der Universität Wageningen im Auftrag der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ) durchgeführt hat.

Demnach erhöht sich die Zuckerrübenerzeugung in der Union durch die auf freiwilliger Basis an die Rübenfläche gekoppelten Direktzahlungen in den betreffenden EU-Ländern um schätzungsweise insgesamt 1,3 %.

In der Folge verbilligen sich Zuckerrüben nach den Berechnungen der Wissenschaftler EU-weit um 4,5 %. Die entsprechenden Einkommenseinbussen der Zuckerrübenanbauer in Ländern ohne Rübensubvention beziffern die Forscher auf insgesamt fast 153 Mio Franken. Dagegen erhöhten sich die Einnahmen der begünstigten Landwirte unter dem Strich um rund 249 Mio Franken.

Keine Lösung für tiefe Einkommen

Die freiwilligen gekoppelten Direktzahlungen wurden zuletzt in elf Mitgliedstaaten gewährt, nämlich in Polen, Tschechien, Italien, Spanien, Rumänien, Kroatien, der Slowakei, Ungarn, Finnland, Lettland und Griechenland. Den durchschnittlichen Subventionsbetrag veranschlagen die Forscher auf
406 Franken/ha Zuckerrüben.

Sie bezweifeln, dass diese Massnahme ein geeignetes Instrument zur Behebung von Einkommensproblemen in der Landwirtschaft sei. In ähnlicher Weise würden auch die Sektoren Rind, Schaf und Milch unterstützt. Auch hier bestehe Forschungs- und Entscheidungsbedarf mit Blick auf die Gestaltung der zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), hiess es. 

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