12.06.2020 06:39
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Getreide
Über sinkende Selbstversorgung besorgt
Der Verband kollektiver Getreidesammelstellen (VKGS) registriert mit Besorgnis den fallenden Selbstversorgungsgrad beim Getreide.

Obwohl die Bevölkerung wachse, bleibe die als Brotgetreide verkaufbare Menge seit Jahren stabil, so der VKGS. Grund dafür seien massiv steigende Importe von Teigen, Halbfertigprodukten und je länger je mehr auch von Brot. Diese Produkte würden mit sehr tiefen Zollbelastungen importiert.

Mit den steigenden Importen werde die Nahrungsmittelproduktion oft in Länder mit deutlich tieferen Umweltstandards verlagert. "Jede Extensivierung oder Flächenstilllegung in der Schweiz muss irgendwo im Ausland durch eine Intensivierung kompensiert werden", mahnt der Verband.

Heute werden über 40% der in der Schweiz verbrauchten Lebensmittel importiert, heisst es in der Mitteilung weiter. Damit der Selbstversorgungsgrad nicht noch weiter sinke, spreche sich der Verband deutlich gegen die beiden Pflanzenschutz- sowie die Massentierhaltungs-Initiative aus, heisst es weiter. Die umweltfreundlichste Produktion sei in den allermeisten Fällen die regionale Produktion. 

Entsetzt zeigt sich der VKGS in der Mitteilung zur Generalversammlung über die Botschaft zur Agrarpolitik 22+. Zum allerersten Mal stehe in einer AP unverblümt, dass die Auswirkungen dieser zu einem weiter sinkenden Selbstversorgungsgrad führen würden. Er unterstützt den Schweizer Bauernverband bei dessen Forderung, die Botschaft zur AP22+ zurückzuweisen. Der VKGS wehrt sich gegen weitere Einschränkungen der Schweizerischen Landwirtschaft, durch die Produktion einfach ins Ausland transferiert würde. "Gerade die laufende Coronakrise sollte uns eigentlich zeigen, wie wichtig eine einheimische Lebensmittelproduktion ist", hält der VKGS fest.  

An der Generalversammlung des VKGS wurde Olivier Sonderegger zum neuen Präsidenten gewählt. Er folgt auf Rolf Häusler, der für sein langjähriges Engagement mit grossem Dank verabschiedet wurde.


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