5.02.2018 09:55
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Klima
Ungepflügte Äcker – weniger Hitze
Durch Massnahmen in der Landnutzung und Veränderungen an der Infrastruktur können Hitzeereignisse abgemildert werden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich gemeinsam mit Kollegen aus Australien und den Vereinigten Staaten durchgeführt haben.

Wie die ETH Zürich am Dienstag vergangener Woche mitteilte, beruht der Ansatz der Forscher auf den veränderten Rückstrahlungseigenschaften von Landoberflächen. Demnach reflektieren Felder, die nach der Ernte nicht umgepflügt werden, deutlich mehr Sonnenstrahlung als gepflügte Äcker. Ähnliches gilt für ausgewählte Getreidesorten und für gezielt aufgehellte Dächer, Strassen und andere städtische Infrastrukturen.

Der gleiche Effekt lasse sich zudem durch aufgehellte Dächer, Strassen und andere Infrastruktur erzielen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich Temperaturextreme in landwirtschaftlichen Regionen und dicht besiedelten Gebieten mit derartigen Massnahmen um bis zu 3 °C senken lassen. Dabei gelte, je heisser es werde, desto stärker sei der Effekt der reflektierenden Oberflächen. Allerdings wirke die Kühlung „eher kurzfristig“ und lokal bis regional, nicht jedoch global. Trotzdem sei der regionale Beitrag sehr wichtig, betonten die Forscher.

Ihre Ergebnisse basieren auf Simulationen, mit denen untersucht wurde, wie sich strahlungsoptimierte Landwirtschaftsflächen und Ballungsräume in Nordamerika, Europa und Asien auf Durchschnittstemperaturen, extreme Temperaturen und Niederschläge auswirken. Dabei habe sich gezeigt, dass die Massnahmen nur einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Durchschnittstemperaturen hätten und sich auch die Niederschläge nur geringfügig verändern würden.

Deutlich verringert haben sich aber laut ETH Zürich die Extremtemperaturen. Allerdings habe sich in Teilen Asiens gezeigt, dass zugleich die Mengen des Monsunregens gesunken seien. Saher sei der Ansatz in diesen Regionen nicht geeignet. Bevor regionales Strahlungsmanagement in die Tat umgesetzt werden kann, muss aber nach Ansicht derWissenschaftler noch der Einfluss auf Aspekte wie die Nahrungsmittelproduktion, die Biodiversität oder die CO2-Aufnahme untersucht werden. Zudem sei auch diese Klimatechnik keine „Wunderwaffe“, sondern nur ein Instrument von vielen im Kampf gegen den Klimawandel.

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