29.07.2020 15:46
Quelle: schweizerbauer.ch - Peter Imhof, Schweizer Zucker AG
Zuckerrüben
Unklare Folgen der Vergilbung
Die Rüben haben viel Blattmasse, aber ein eher tiefes Rübengewicht. Immerhin leiden sie nicht unter Trockenstress.

Nach einem milden und feuchten Winter begann die Rübensaat ab Mitte März.Die Aussaaten konnten in der ersten Aprilhälfte abgeschlossen werden. Trockenheit und Bise dauerten jedoch bis Ende April. Während frühe Saaten von ausreichend Bodenfeuchte profitierten, verzögerte sich die Keimung bei einem Teil der Rüben in den späteren Saaten bis Anfang Mai. 

Es gab Trockenheit, und die Jugendentwicklung der Rüben wurde durch sehr starken Befall von Erdflöhen und Blattläusen behindert. Nach dem Verbot der Neonikotinoide in den Zuckerrüben waren Flächenspritzungen mit Insektiziden nötig, um grössere Schäden an den Kulturen zu verhindern. Trotz den schwierigen Startbedingungen entwickelten sich die Rüben im Mai und Juni dank regelmässigen Niederschlägen erfreulich. 

Aufgrund der von je nach Region und Saatzeitpunkt unterschiedlichen Entwicklung der Rüben wurden die Resultate der ersten Proberodung mit Spannung erwartet. Bestätigt hat sich das hohe Verhältnis Blatt:Rübe. Mit den Erwartungen nicht mithalten konnte das Rübengewicht.

Zwar ist seit Mai regelmässig flächendeckend Regen gefallen und die Rüben leiden nur vereinzelt unter Trockenstress, die Niederschlagsmengen seit April sind jedoch klar geringer als im fünfjährigen Durchschnitt, sodass die gemessenen Erträge in einem ähnlichen Bereich liegen wie 2018. Dank der hohen Blattmasse und den im Vergleich zu 2018 kühleren Temperaturen und feuchteren Böden darf für die kommenden Wochen mit einem vergleichsweise höheren Ertragszuwachs gerechnet werden.

Die Blattläuse und der fehlende Schutz durch die Saatgutbeizung haben in den letzten Wochen in vielen Regionen zu einer starken Verbreitung der virösen Vergilbung geführt. Noch offen ist, wie stark sich der Befall auf Ertrag und Zuckergehalt auswirken wird.

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