25.05.2015 07:43
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Mais
Vor dem Nachsäen Boden abtrocknen lassen
Die stehende Nässe hat dem Mais geschadet. Allenfalls muss nachgesät werden. Dazu nimmt man eine frühe Sorte.

In grossen Teilen der Schweiz sind seit Anfang Mai über 270mm Regen gefallen, etwa im  Aargauer Freiamt, im Berner Seeland, in der Westschweiz und im Thurgau. «Die Böden konnten diese Wassermassen unmöglich aufnehmen. Zusammen mit dem sehr hohen Grundwasserspiegel hat sich viel Staunässe gebildet», bilanziert Jürg Jost von der Firma KWS. «Steht frisch gekeimter Mais für mehrere Tage im Wasser, beginnt der Keimling zu faulen. Sichtbar wird das an der braunen Spitze.»

Grosse Probleme bereiten die stark verschlämmten Böden laut Jost beim Abtrocknen: «Der sich bildende Deckel ist für die jungen Keimlinge kaum zu durchstossen.» Mais, der längere Zeit im Wasser gestanden hat, neigt zudem vermehrt zu stressbedingten Krankheiten wie Hexenbesen oder Beulenbrand.

Jost empfiehlt, in den betroffenen Parzellen eine frühe Sorte einzusäen. Vorher müsse man den Boden aber unbedingt genügend abtrocknen lassen. Mit einer Scheibenschar-Sämaschine könne in der Regel ohne nochmalige Bodenbearbeitung direkt in die Reihen nachgesät werden. Die Saatmenge muss dem Saatzeitpunkt angepasst werden. Je später die Saat, desto tiefer die Saatmenge, derzeit 7 bis 8 Körner pro Quadratmeter.

Geschwächten Mais sollte man nicht mit Pflanzenschutzmitteln oder Gülle zusätzlich stressen. Die Pflanzen müssen sich zuerst erholen können. «Düngung ist aber nötig, denn bei mehr als 200mm Regen ist der komplette Stickstoff ausgewaschen», so Jost. Dies zeigten Versuche der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (D): «Bei 200mm waren 180kg N/ha komplett weg.» 

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