Dienstag, 15. Juni 2021
05.06.2021 07:11
Kartoffeln

Weniger Pflanzenschutzmittel mit robusten Sorten

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Von: blu

Auf rund 11’000 Hektaren werden in der Schweiz Kartoffeln kultiviert. Nun werden neue Sorten getestet, die gegen Pilzkrankheiten robust sind und weniger behandelt werden müssen.

In rund einer Woche fällt die Entscheidung bei den Agrarinitiativen. Eine Annahme der Begehren hätte grosse Auswirkungen auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Auch beim konventionellen Kartoffelanbau kommen solche Mittel zu Einsatz. In den vergangenen Wochen wurden die letzten Kartoffeln für die Ernte 2021 gepflanzt, wobei die Gesamtfläche von 11’000 Hektaren mehr als 15’000 Fussballfeldern entspricht, schreibt die Branchenorganisation Swisspatat in einer Mitteilung.

Kraut- und Knollenfäule

Die Kartoffeln ist eine anspruchsvolle Pflanze. Je nach Witterung werden diese stark von der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) befallen. Die Sporen der Pilzkrankheit verbreiten sich durch die Luft und vermehren sich bei feuchten Bedingungen im Kartoffelfeld schnell, heisst es in der Mitteilung.

Bei einer raschen Ausbreitung führt die Krankheit zu grossen Ertragsausfällen. Der Pilz bildet gemäss Swiss Patat diverse Mutationen, die eine allfällige Resistenz von einzelnen Sorten durchbrechen können. Um die Krankheit zu bekämpfen, werden im konventionellen Anbau synthetische Fungizide, im Biolandbau Kupferpräparate eingesetzt.

Ausländische Sorten in der Schweiz

 Derzeit werden in der Schweiz rund 40 Sorten angebaut. Zum Einsatz kommen auch robuste Sorten wie Jelly und Vitabella. Um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren, nehmen diese eine wichtige Rolle ein. Im letzten Jahr lancierte Swisspatat ein Projekt mit dem Ziel, die Sortenliste mit weiteren robusten Sorten zu ergänzen.

Swisspatat testet zusammen mit der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope und der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL verschiedene Kartoffelsorten auf ihre Anfälligkeit auf Pilzkrankheiten.

Weil die Züchtung einer neuen Sorte rund 10 Jahre dauert, werden die drei ausländischen Sorten Acoustic, Twinner und Almonda auf ihre Robustheit geprüft. Auf der Kleinparzelle lieferten die Sorten Acoustic und Twinner im vergangenen Jahr auch ohne das Spritzen von Fungiziden einen ansprechenden Ertrag, schreibt Swisspatat.

Landwirte testen robuste Sorten

Sechs Landwirte bauten diese Sorten an. Der Fungizid-Einsatz gegenüber herkömmlichen Sorten wurde durchschnittlich von 6 auf 3 Spritzungen halbiert, ohne dass ein nennenswerter Befall auftrat. In diesem Jahr wird der Versuch wiederholt. Es werden nochmals die gleichen Sorten angebaut, um zu testen, ob sich das Resultat wiederholt.

Doch Swisspatat weist darauf hin, dass noch nicht gesichert sei, dass sich diese «resistenten» Sorten aus dem Ausland auch in der Schweiz so verhalten. «Zudem muss beachtet werden, dass die Resistenzen bei der Züchtung mit anderen Eigenschaften konkurrieren, beispielsweise mit dem Geschmack. Die Züchtung, beziehungsweise die Auswahl von Sorten, ist deshalb herausfordernd», heisst es weiter.

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14 Responses

  1. Zum Glück muss der SB in einer Woche keine solchen Artikel mehr schreiben. Da beinahe alle Bauern gegen beide Initiativen sind, ist dieser Aufwand ohnehin unnötig.
    Vor rund 30 Jahren wurden ähnliche Artikel über die Re-Apfelsorten geschrieben. Heute schreibt auch niemand mehr darüber.
    So lange wie sogar der SBV gegen GVO/CRISPR ist, lassen sich keine wirklichen Fortschritte erzielen!!

    1. Was du schreibst ist Schwachsinn.
      Alle Bauern wollen robustere Sorten, damit sie weniger spritzen müssen. Wir spritzen nicht zum Vergnügen, und ausserdem kostet sprituen Geld!

    2. Doch das ist wichtig, da viele PSM nicht mehr erlaubt sind oder zuwenig Wirkung zeigen, müssen dringend robuste Sorten gezüchtet werden.

    3. Ich habe den Verdacht, dass du von den Chemiekonzernen gesponsert wirst, oder von denen Aktien hast… 😉
      Eine (chemie-) unabhängige Pflanzenzüchtung ist mehr den je nötig, da bald alle Pflanzenzuchtfirmen einem Chemie-Multi gehören!
      Die züchten sicher nicht freiwillig und gratis, krankheits- und schädlingsresistente Sorten! Und auch Gentechnik nutzen sie nur zu ihrem finanziellen Vorteil, ohne grosse Verantwortung für die ökologischen und ökonomischen Risiken vieler Bauern zu übernehmen.

  2. Ja Unrecht hast du nicht die Wissenschaft und Forschung macht ihre Sache in der Schweiz nicht schlecht.
    Wir Bauer machen 3 Lehrjahre und dann bis 65 nicht mehr viel. Ich denke es ist an der Zeit der Gesellschaft die uns mit Milliarden Unterstützung eine Landwirtschaft mit Zukunft zu gestalten. Um nach neustem Wissensstand zu produzieren ja das heißt ganze Systeme Hinterfragen.
    Wir sind die Lösung wir müssen sie nur wahr nehmen.

    1. Ich sehe viele Bauern, die sich fortbilden. Das muss am Schluss kein weiteres Diplom sein. Es gibt viele Arbeitskreise, Fachtagungen, Literatur und schlussendlich ist der Austausch unter Berufskollegen und Generationen ebenfalls da, um sich neues Wissen anzueignen.

  3. Die Mayas pflanzen in den Bergen Kartoffeln an,vielleicht haben die resisdente Sorten.
    Übrigens Wasserstoffperoxit ist ein vielseitiges Mittel,das man nach Paracelsus Norm anwenden Kann.
    Es desinverziert,reinigt,gegen Pilze,gegen läuse,Käfer und fördert den Wachstum wenn es richtig verdünnt wird.

    1. die mayas und inkas kannten und kennen hunderte sorten kartoffeln. die hatten und haben keine synthetischen mittel. die wissen wie und was man pflanzt. information is everything.

      1. Warum gibt es sie dann nicht mehr, die Mayas und Inkas?
        Und woher wollen Sie wissen ob diese Sorten Resistent gegen Krautfäule waren? Ich nehme nicht an das Sie damals schon gelebt haben.
        Im übrigen kann jede Resistenz durchbrochen werden und dann….. ah ja die Mayas und Inkas Fragen!

        1. Die Mayas und Inkas existieren aus 2 gründen nicht mehr. Wasser Knappheit und Ausrottung durch die Besatzungsmacht Spanien. Ja, es gibt resistente Sorten (es sind in Peru über 3000 kartoffelsorten bekannt) . Das Wissen darüber ist vorhanden. Das Problem ist das selbe wie bei unseren heimischen alten Sorten. Der Konsument mag es nicht weil verkrüpelt und fies im Geschmack.

  4. Das Wasserstoffperoxid ist sicher ganz natürlich… Übrigens nützen die gesündesten Pflanzen nichts, wenn dafür kein Abnehmer vorhanden ist.

  5. So ist es !!Bin Felsenfest überzeugt das die richtige Infos bereits bestehen um diesem Lebenswichtigen Thema eine Vitalitätsschub zu geben.Pionier Geist ist gefragt für eine Kraftvolle Wertschöpfungskette.Inspiration die dann Weltweit eine Austrahlungskraft geben könnte.Optimisten sterben nie aus.

  6. Die nachkommen gibt es schon noch, und die bauen auch weiterhin kartoffeln an. Es gibt au h emtsprechende weiterentwicklungen und fors hungen sowie ein kartoffelinsitut in peru, wo diese herkommen (die maya in mexiko kannten sie nicht). Da werden alle sorten bzw. Ihre gene aufbewahrt und writerentwickelt.

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