5.03.2014 10:31
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Kartoffeln
«Wir wissen, wie man dem Boden Sorge trägt»
Das Thema Erosionsschutz erhitzt die Gemüter der Kartoffelproduzenten. Das BLW stand ihnen Rede und Antwort.

Die Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten (VSKP) traf sich vergangene Woche in Düdingen FR zur 42. Mitgliederversammlung. «Es sind bereits etliche Hektaren Kartoffeln gepflanzt», freute sich Ruedi Fischer, Präsident der VSKP. Es sei zu hoffen, dass 2014 ein einfacheres Kartoffeljahr werde als das letzte.

Preisbänder werden bald festgesetzt

«Wer es 2013 schaffte, qualitativ gute Kartoffeln auf den Markt zu bringen, profitierte von guten Preisen.» sagte er. In den nächsten Wochen lege die Branche die mittleren Preisbänder für die diesjährige Ernte fest, und man gehe davon aus, dass diese im ähnlichen Rahmen wie 2013 zu liegen kommen.

Fischer appellierte an die Produzenten, welche bei SwissGAP angemeldet sind, sich mit den Änderungen vertraut zu machen. Seit dem 1. Januar ist die neue Version von SwissGAP in Kraft.

50 Rp. für Fonds gestrichen

Eine Änderung gibt es auch bei den Rückbehalten für den Verwertungsfonds. Der ausserordentliche Rückbehalt wird ganz gestrichen. Dank diesem zusätzlichen Beitrag in den letzten zwei Jahren konnte der Fonds wieder aufgestockt werden. Bis letzten Montag gingen 242 Gesuche (insgesamt rund 5500 t Speisemenge) für die Frischverfütterung ein. Dies ist deutlich weniger als noch für die Ernte 2012 und steht im Zusammenhang mit der fast 30 Prozent kleineren Ernte als im langjährigen Durchschnitt.

Als Folge der Mini-Ernte musste die Branche mehrere Zusatz-Importkontingente beantragen. Von den total freigegebenen 15'000 Tonnen Speisekartoffeln wurden schliesslich 87Prozent eingeführt. Bei den Veredelungskartoffeln waren es 65 Prozent der 43'750 bewilligten Tonnen.

Notzulassung beantragt

Irene Vonlanthen, Geschäftsführerin der VSKP, informierte zum Tätigkeitsprogramm 2014: «Wir haben vor ein paar Tagen einen Antrag auf Notzulassung für das Drahtwurmgranulat Goldor Bait beim BLW gestellt.» Die Drahtwurm- und die Silberschorfproblematik seien aktuelle Themen im Pflanzenschutz.

Zudem wolle man die Importmengen von Spezialitäten  wie den kleinen «Patatli»-Kartoffeln genauer unter die Lupe nehmen. Ein wichtiger Punkt sei auch die Evaluierung der AP 14—17. Wo nötig würden Anpassungen in die Wege geleitet. Stichwort: Erosionsschutz.

Diskussion zum Thema Erosionsschutz

Samuel Vogel, Leiter Fachbereich Ökologie beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), informierte über die neuen Bestimmungen zum Thema Bodenschutz. Ab dem 1. September 2014 soll schon ein erstmaliges, relevantes und bewirtschaftungsbedingtes Auftreten von Erosion als Verstoss gegen die ÖLN-Richtlinien gelten, sofern nicht genügend vorbeugende Massnahmen getroffen wurden.

Was bedeutet relevant? «Bei einer Bodenmächtigkeit von bis 70 cm gelten 2 t/ha Bodenabtrag als Erosion», erklärt Vogel. Bei Böden mit über 70cm Gründigkeit seien es 4 t/ha. Sei ein Erosionsfall rein bedingt durch ein starkes Naturereignis oder z.B. durch eine Strasse, die das Wasser ins Feld leitet, gebe es keine Sanktionen. Mit einer Punkteliste muss der Landwirt belegen, dass er genügend Massnahmen zur Verhinderung der Erosion getroffen hat. Dabei müssen mindestens vier Punkte erreicht werden.

Kartoffeln starten mit drei Minuspunkten. Massnahmen wie Mulchsaat oder die Bewirtschaftung quer zum Hang geben Pluspunkte. In einer Sitzung der Kartoffelbranche mit dem BLW wurde laut Vogel vor zwei Wochen Folgendes beschlossen: Im März wird ein Workshop zur Punktetabelle stattfinden. Dabei sollen Vorschläge von bäuerlicher Seite zur Anpassung aufgenommen werden. Anhand von Betriebsbesuchen soll die Umsetzbarkeit getestet und eine Übergangsfrist soll eingeführt werden.

«Wir wissen, wie man dem Boden Sorge trägt», machten einige Produzenten ihrem Ärger Luft. Das letzte Wort sei noch nicht gesprochen, entgegnete Vogel. Die Verordnung sei noch nicht ausgearbeitet. gro

Erb ist neuer Vize

Die VSKP verabschiedete an der Versammlung ihren Vizepräsidenten Ernst Meier aus Ellikon an der Thur ZH. Mit Applaus wurde Daniel Erb, Schlatt TG, zum neuen Vizepräsidenten gewählt. Der Landwirt und Lohnunternehmer ist seit 2005 im Vorstand der VSKP. Neues Vorstandsmitglied wird Daniel Peter, Rickenbach ZH. Stefan Hugi, Granges-près-Marnand VD, wurde für weitere vier Jahre im Vorstand gewählt.

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