23.07.2020 08:06
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/blu
Zuckerrüben
Zuckerrüben: Richtpreis erhöht
Im laufenden Zuckerjahr hat sich der Markt leicht erholt und die internationalen Zuckerpreise steigen. Die Interprofession Zucker hat entschieden, für die Ernte 2019 den Richtpreis von 44 Franken pro Tonne Zuckerrüben vollumfänglich auszuzahlen.

Für die Anbauverträge 2021 gibt es eine Umlagerung von der Qualitätszahlung zum Richtpreis, wie die Interprofession Zucker mitteilt. Dieser steigt auf 45 Franken.

5 Franken weniger als 2018

Die Kampagne 2019 war geprägt von ansprechenden Zuckerrübenerträgen, unterdurchschnittlichen Zuckergehalten, schwierigen Erntebedingungen und tiefen internationalen Zuckerpreisen. Bereits im Dezember hat die Interprofession beschlossen, die Bonus-Malus-Zahlung anzupassen und eine neutrale Zone zwischen 15 und 16% Zuckergehalt einzuführen. Weiter wurde der Fremdbesatz auf 90% des ursprünglichen Wertes korrigiert. 

Nun hat die Interprofession entschieden, den Richtpreis von 44 Franken pro Tonne Zuckerrüben vollumfänglich auszubezahlen. Dazu müssen weitere knapp 8 Millionen Franken aus dem Reservefonds aufgelöst werden. Das ausbezahlte Rübengeld beträgt damit durchschnittlich 51 Franken pro Tonne Rüben. Das sind 5 Franken weniger als im Vorjahr.

2021: Richtpreis einen Franken höher

Zur Planungssicherheit für die Produzenten hat die Interprofession die Branchenvereinbarung 2021 bereits verabschiedet. So wurde eine Senkung der Bonus-Malus-Zahlung des Zuckergehaltes auf +/- 0.35 Fr./0.1% Zuckergehalt beschlossen. Die neutrale Zone zwischen 15 und 16% bleibt bestehen. Zur Kompensation wird sowohl der Grund- wie auch der Richtpreis um 1 Fr. auf 40 resp. 45 Fr./t erhöht.

Die Anbauverträge 2021 können ab August abgeschlossen werden.Wegen dem sich weiter ausbreitenden Syndrome de basse richesses (SBR) und zunehmendem Druck von Pilzkrankheiten bei gleichzeitig wegfallenden Pflanzenschutzmitteln müsse auch zukünftig mit tieferen Zuckergehalten gerechnet werden, heisst es weiter.

Distanzabhängiger Logistikbeitrag ab 2021

Die drei bisherigen Übernahmemodelle «individueller Transport», «genossenschaftlicher Transport» und «ab Feldrand» bleiben weiterhin bestehen. Für den genossenschaftlichen Transport und ab Feldrand wird ab 2021 anstelle des fixen Beitrages von 2.50 Fr. für Strassentransport und 4.50 Fr. für Bahntransport ein distanzabhängiger Logistikbeitrag unabhängig der Transportart eingeführt. Damit wird in Regionen mit gemischten Abfuhren die Gleichbehandlung aller Pflanzer sichergestellt, schreibt die Interprofession. Beim individuellen Transport bleiben die Entschädigungen wie im Jahr 2020.

265'000 Tonnen Zucker angestrebt

Die angestrebte Produktion liegt weiterhin bei 265‘000 t Zucker. Die Zuckerbranche sei sich dabei den grossen Herausforderungen im Anbau bewusst und sei mit den Behörden im Gespräch, um langfristige Lösungen im Bereich Pflanzenschutz und Markt zu finden, so die Interprofession. 

Die Aussichten auf dem Zuckermarkt seien dank steigenden internationalen Zuckerpreisen so erfreulich wie schon lange nicht mehr. Dank der guten Nachfrage nach Schweizer Zucker sind neben konventionellen Rüben auch zusätzliche IP-Suisse- und Biozuckerrüben gesucht. Neue Produzenten aus der ganzen Schweiz sind laut der Organisation willkommen.

Interprofession Zucker

Die Interprofession Zucker setzt sich aus vier Vertretern der Schweizer Zucker AG SZU und sechs Vertretern (vier Stimmrechte) des Schweizerischen Verbandes der Zuckerrübenpflanzer (SVZ) zusammen. Die Interprofession legt jährlich den definitiv ausbezahlten Schlusspreis sowie die Preis- und Übernahmebedingungen fest.

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