Sonntag, 11. April 2021
07.02.2021 08:42
Boden

Auch trockene Böden emittieren Lachgas

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Von: sda

Lachgas (N2O) ist ein 300 Mal stärkeres Treibhausgas als CO2 und stammt grossteils aus Stickstoff-gedüngten Böden. Bisher glaubte man, dass nur feuchte Böden Lachgas ausstossen. Falsch gedacht.

Bei Trockenheit, so nahm man bisher an, entstehe aus Lachgas das für Pflanzen wichtige Nitrat. Österreichische Forscher mussten jetzt erkennen, dass auch trockener Boden viel Lachgas emittiert. Dies sollte in Klimamodellen berücksichtigt werden, so die Wissenschaftler im Fachmagazin «Science Advances».

16 Bodenblöcke

Ein Team um Eliza Harris und Michael Bahn vom Institut für Ökologie der Universität Innsbruck hat auf der Kaserstattalm im Stubaital (Tirol) 16 Bodenblöcke aus der Wiese, sogenannte Grünlandmonolithen, ausgestochen, sie extremer Trockenheit ausgesetzt und anschliessend wieder befeuchtet.

«Diese Wetterbedingungen spiegeln die klimatischen Veränderungen wieder, denen viele Regionen der Erde, darunter auch die Alpen, zunehmend ausgesetzt sind», so die Forscher in einer Mitteilung der Uni Innsbruck.

Überraschung!

Währenddessen haben sie gemessen, wie viel Lachgas entsteht. Eigentlich wollten sie «nur» untersuchen, wie viel von dem klimaschädlichen Treibhausgas insgesamt ausgestossen wird. Laut Lehrmeinung sollte bei Trockenheit vorwiegend Nitrat entstehen, das Pflanzen in energiereiche Eiweissstoffe umwandeln, und Lachgas fast nur von feuchten Böden in die Atmosphäre abgegeben werden.

Entgegen ihrer Erwartungen hat auch in sehr trockenen Böden der Abbau von Nitrat zu Lachgas und Stickstoff durch Mikroorganismen – diesen Prozess nennt man Denitrifikation – dominiert, berichten die Forscher: «Nach genauerer Untersuchung konnten wir an der Oberfläche der Bodenproben trockenheitsbedingte Anreicherung von stickstoffhaltiger organischer Substanz feststellen und als Auslöser für die Denitrifikation im trockenen Boden identifizieren».

Demnach spielen bei der Lachgas-Entstehung bisher wenig erforschte Stoffwechselwege durch Mikroorganismen eine grössere Rolle, als man bisher angenommen hat. Dieses Wissen sollte einerseits helfen, die seit Jahrzehnten steigenden Treibhausgasemissionen zu verringern, andererseits könnte man damit die Klimamodelle genauer machen, meinen die Forscher.

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7 Responses

  1. Gut zu hören, dass der Boden EINE Hauptquellen ist. Verkehr, Abfallwirtschaft, Verbrennung aber auch das Übertragen elektrischer Energie sind da gleich oder bedeutend stärker beteiligt.
    z.B. https://www.swr.de/wissen/abgasalarm/article-swr-20050.html
    Schwarzpeter schieben ist keine Lösung. Alle Bereiche müssen mitmachen, erst dann wird es einen Erfolg bringen. Sonst gibt es ein Abmurksen einzelner Zweige (Landwirtschaft) auf Kosten der scheinheiligen Allgemeinheit.

    1. Merke dir, wir haben keinen menschengemachten Klimawandel. Das ist nur kommunistische Problembewirtschaftung und soll unsere Wirtschaft und Gesellschaft zerstören, mittels Zwietracht, Verschuldung, Deindustrialisierung, Ökologisierung, dann dürften Nahrungsmangel, Arbeitsmangel, … entstehen.
      Wir haben leider zu viele Menschen, die die Lüge des menschengemachten Klimawandels als Wahrheit akzeptieren. Tragisches Beispiel ist der Regierungsrat des Kantons Luzern, unterstützt von Kräften aus FDP.

  2. Ein Beleg mehr: Schulwissenschaft und Forschung haben eine riesige Wissenslücke über die Vorgänge in unserer Lebensgrundlage Boden. Heute ist die Bodenmikrobiologie noch immer eine grosse Unbekannte. Macht die Diskussion um den Klimawandel doch noch mehr Forschungsgelder beim Bund locker?

    1. Wenn Forschungsgelder frei gemacht werden, nur um ein Dogma zu bekräftigen (der Klimawandel sei menschengemacht): Was nützt solche Forschung? Forschung muss ergebnisoffen sein. Die ganze Klimagas-Schädlichkeits-Diskussion ist eine Diskussion, die auf den Holzweg führt. Denn die Ideengeber sind die Kommunisten in der UNO und den Umweltverbänden. Diese angebliche Forschung führt uns nur mehr in die Irre.

      1. @Beat: Deine Argumente sind etwas einseitig. Sogenannte Klimagasemissionen sind auch gasförmige Nährstoffverluste. In der Hofdüngeraufbereitung kombiniert mit einer den Humusaufbau fördernden Bodenpflege ist ein noch grosses ungenutztes Potential verborgen. Laufend besser werden ist sinnvoller, als Bedenken unüberlegt als Schwachsinn abzutun.

        1. @Fredy: Nährstoffverluste zu minimieren, wäre ein konkretes wissenschaftliches Ziel. Aber diesen Kreisen geht es darum, ihr klimahysterisches Dogma zu bekräftigen. Schon die Versuchsanordnung ist dogmatisch: „es wird vermehrt Trockenheit geben“. Wer weiss das? Ja, klar, die Klimahysteriker. Es wird schon in der Versuchsvoraussetzung angenommen, dass der Klimawandel Trockenheit bringt, Trockenheit mehr Lachgas, Lachgas mehr Erwärmung. Die Katze beisst sich in den Schwanz. Ist das Wissenschaft?

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