Montag, 8. März 2021
17.02.2021 19:21
Erdmandelgras

Aus für nationale Meldepflicht

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Von: sum

Branchen und Kantone fordern seit Jahren eine nationale Erdmandelgras-Meldepflicht. Lang sah es gut aus. Heute nicht mehr. 

Das Erdmandelgras breitet sich immer weiter aus – verschleppt werden die Erdmandeln etwa bei der Ernte. Noch gibt es keine Methode, es auszurotten.

Ärger ist gross

Seit vielen Jahren fordern der Bauernverband und alle betroffenen Branchen deshalb eine nationale Meldepflicht. Noch 2019 schien es, dass diese mit der AP 22+ kommt. Doch nun ist sie in weite Ferne gerückt. Ärger und Bedauern bei den Kantonen ist gross. «Wir haben lange für eine nationale Lösung gekämpft, das hat nicht geklappt», bedauert Markus Hochstrasser von der Fachstelle Pflanzenschutz des Kantons Zürich.

«Der Bund hat uns informiert, dass er keine Lösung anbietet und somit jeder Kanton eine Lösung oder gesetzliche Grundlage erstellen muss.» Deshalb hat der Kanton Zürich seit diesem Jahr eine kantonale Meldepflicht.

Aargau hat Meldepflicht

Im Kanton Bern besteht hingegen keine Pflicht, das Unkraut zu melden – obschon 250 Herde bekannt sind. Auch dort hätte man eine nationale Lösung begrüsst. Beat Preisig vom Amt für Landwirtschaft und Natur: «Allgemein wurde nach einer nationalen Lösung gesucht und mit Artikel 153a des Landwirtschaftsgesetzes ist eine Lösung beantragt. Dieser Artikel ist jedoch mit der AP 22+ auf Stufe Ständerat sistiert.»

«Wir im Aargau haben seit zwei Jahren eine offizielle Meldepflicht», weiss Thomas Hufschmid von der Liebegg. «Da keine Bekämpfungspflicht herrscht, ist die Umsetzung der Massnahmen nicht obligatorisch, die Betriebe halten sich aber meist daran, im eigenen Interesse. Natürlich wäre es besser, wenn die Spielregeln überall gleich wären.»

BLW: Braucht gesetzliche Grundlage

Das sieht auch Jonathan Heyer vom Landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve so: «Leider haben wir keine Meldepflicht, obwohl wir mit dem Seeland an einem der nationalen Hotspots beteiligt sind. Freiwillige Meldungen werden intern erfasst.» Freiburg habe mit einer nationalen Lösung gerechnet: «Wir haben noch keine Meldepflicht, da wir gehofft haben, dass die AP 22+ eine klare gesetzliche Basis bieten wird.»

Jonathan Fisch vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) erklärt: «Für die Einführung einer Meldepflicht für Schadorganismen, zu denen auch invasive Unkräuter wie das Erdmandelgras gehören, bedarf es einer rechtlichen Grundlage im Landwirtschaftsgesetz. Diese kann nur vom Parlament festgelegt werden. Der Bund hat keine Alternative. Und das Erdmandelgras erfüllt die Kriterien zur Aufnahme auf die Liste der Quarantäneorganismen, für die eine Melde- und Bekämpfungspflicht gilt, nicht.»

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