Sonntag, 18. April 2021
24.02.2021 14:00
Boden

Boden: Klima beeinflusst Kohlenstoffspeicherung

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Von: sda/blu

In wärmeren und niederschlagsreicheren Gebieten geben Böden gespeicherten Kohlenstoff schneller wieder frei als in kälteren und trockeneren Gebieten. Das berichtet ein internationales Forschungsteam unter Leitung der ETH Zürich im Fachmagazin «PNAS».

Ökosysteme an Land nehmen etwa ein Drittel des von Menschen in die Atmosphäre geschleuderten Kohlenstoffs auf. Damit gehören sie zu den wichtigsten Bremsern der globalen Klimaerwärmung. Besonders bedeutsam sind die Böden, speichern sie doch einen Grossteil des organischen Kohlenstoffs, so dass dieser nach dem Ableben der Pflanzen nicht gleich zurück in die Atmosphäre gelangt.

Das internationale Team um den Biogeowissenschaftler Timothy Eglinton von der ETH Zürich untersuchte nun, wie sich verändernde Klimabedingungen auf die Speicherfähigkeit der Böden auswirken könnte.

Je älter, desto länger

Dazu sammelten sie über mehrere Jahre Sedimentproben aus weltweit insgesamt 36 Flüssen, wie die ETH am Mittwoch mitteilte. Daraus extrahierten sie aus bestimmten Molekülen das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14, um zu ermitteln, wie alt der aus Blättern und Holz stammende organische Kohlenstoff ist, den die Flüsse mit sich tragen.

Die Idee dahinter: Je älter, desto länger dauert es, bis der organische Kohlenstoff nach dem Absterben der Pflanzen von den Böden weggetragen wird. Vergleicht man das Alter des organischen Kohlenstoffs verschiedener Einzugsgebiete, kann man herausfinden, welche Faktoren den Kohlenstoffhaushalt massgeblich beeinflussen und damit auch, wie sich die Speicherfähigkeit der Böden in Zukunft verändern könnte.

Erwärmung vermindert Speicherfähigkeit

Demnach ging das C-14-Alter der Biomarker signifikant mit der mittleren Jahrestemperatur und den mittleren jährlichen Niederschlägen einher: Je wärmer und niederschlagsreicher, desto schneller wird Kohlenstoff wieder freigesetzt. In kälteren und trockeneren Einzugsgebieten halten die Böden den Kohlenstoff länger fest.

«Unsere Resultate bestätigen, dass das Klima einen starken Einfluss auf das Verhalten der Böden hat», hält Timothy Eglinton, Professor für Biogeowissenschaften der ETH Zürich, fest. Daraus schliessen die Forscher, dass sich eine weitere Erwärmung des Klimas negativ auf die Speicherfähigkeit der Böden auswirken könnte.

Landwirtschaft spielt untergeordnete Rolle

Die Landnutzung spielt hingegen verglichen mit dem Einfluss des Klimas eine untergeordnete Rolle – obwohl sich die Bewirtschaftung in vielen der untersuchten Flusseinzugsgebiete in den letzten Jahrzehnten verändert hat. «Im Moment sieht es so aus als spiele die Landwirtschaft nur eine zweitrangige Rolle», so Eglinton.

Der Einfluss der Landnutzung hingegen scheint weniger wichtig zu sein
Heinz Röthlisberger

Bemerkenswert an der Studie ist vor allem, dass es dem Team um Eglinton erstmals gelungen ist, Aussagen über die grossräumige Speicherung des organischen Kohlenstoffs in Landökosystemen zu machen. Damit ergeben sich interessante Perspektiven für die Forschung: Zum einen können die Forschenden mit dieser Methode unterschiedlich alte Sedimentablagerungen analysieren und rekonstruieren, wie sich Böden unter verschiedenen klimatischen Bedingungen verhalten.

Zum anderen lässt sich das Bild weiter verfeinern, wenn man auch die Nebenflüsse in die Analyse einbezieht. Genau das will Eglinton in den nächsten Jahren im Rahmen einer grösseren Studie in der Schweiz machen..

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20 Responses

  1. Das ganze immer unter der unbewiesenen Annahme, dass CO2 das Klima massgeblich beeinflusst. Die Klimamodelle konnten das nicht nachweisen. Für die Zukunft kann natürlich alles mögliche und unmögliche prophezeit werden. Aber die Tauglichkeit der Klimamodelle, die dem CO2 einen so hohen Stellenwert als Klimafaktor beimessen, müssen sich anhand der Daten aus der Vergangenheit bewähren. Das sind sie noch schuldig.
    Es kommt mir vor, wie beim Corona-Debakel: einfach wursteln ohne klare Datenlage.

    1. Genau: die Intensivbetten waren während der sogenannten 1. und 2. Welle nur zu einem kleinen Teil mit Corona-Patienten ausgelastet. Damit die Corona-Story weiterverbreitet werden konnte, wurden die Intensiv-Betten mit Fans der Klima-Greta gefüllt.
      Damit eine Übersterblichkeit ausgewiesen werden konnte, wurden Leichen ausgegraben, in die Spitäler und Altersheime gekarrt und dann erneut, in neu geöffneten Gräbern beigesetzt.

      Warum berichtet Du Beat Furrer nicht von diesen Machenschaften??

      1. Bist du eine Trollin? Möchtest gerne eine investigative Journalistin sein, nicht wahr? Die Lüge von Corona und Klima wird genau wegen Leuten wie dir geglaubt.

      2. Klima- und Coronapanik sind halt zu großartige Geschäftsquellen und Möglichkeiten, die Schweiz in den Sozislismus zu führen, nicht wahr, Möchtegern Investigativer Journalist?

        1. Die Schweiz ist schon lange von unserer demokratischen Volkrepublik abhängig. Lange vor Corona haben wir die westliche Konsumgesellschaft mit unseren Konsumgütern angefixt und abhängig gemacht.
          Beat Furrer, Sie sind mit Ihren Warnungen viel zu spät. Wir Chinesen haben Westeuropa bereits fest im Griff. Italien und Griechenland vertreten unsere Interessen in Brüssel.

          1. Das einzige was an China demokratisch ist, ist der Name. China ist eine kommunistische Diktatur. Wir werden ja sehen, wie weit die Schweizer aufwachen.

      3. Die Weltanschauung gewisser Leute macht mich schon etwas nachdenklich. Herr Furrer, Sie können sich also nicht vorstellen, dass das Verbrennen von täglich 15’900’000’000 Liter Erdöl (2020) durch den Mensch, gewisse Auswirkungen auf unser Klima haben könnte?
        Das die Veränderung des Klimas in dieser Geschwindigkeit voranschreitet, soll also nur auf natürlichen Gegebenheiten beruhen? Dann soll die ganze Welt weitermachen mit gewissenlosem Raubbau und Umweltzerstörung nur für kurzfristigen Profit?

        1. Warum meinen Sie, K. Rufer, dass der Klimawandel „in dieser Geschwindigkeit“, d.h. schnell voranschreitet? Weil es uns immer so eingetrichtert wird. Wie beim Covid-19, wo aus einer normalen Grippe ein Killervirus – – mit unsinnigen behördlich angeordneten und totalitär durchgesetzten Massnahmen -gemacht wird, wird auch aus dem (ständig ändernden – wie seit der Sintflut üblich) Klima ein Weltuntergangs-Szenario geschaffen.

        2. Der Raubbau fängt jetzt recht an. Mit Solarenergie und Windenergie werden wir in Black Outs kommen (Stromunterbrüche mit unermesslichen Schäden). Ausserdem sind die Herstellungs- und Entsorgungsmaterialien und -kosten immens grösser (und schädlicher) pro gelieferte Energieeinheit als die von Atomkraft oder eben Erdöl / Erdgas.
          Erdöl / Erdgas wird ständig neu im Innern der Erde (ca. 2300 km tief) gebildet und steht uns als Energiequelle, wie die Sonne zur Verfügung. Von Gott so für uns gemacht.

        3. Ja, die Sonne liefert uns täglich unermesslich viel Energie. Und nimmt dabei an Grösse ab. Jetzt will ja Bill Gates – der Welterlöser – mit Vorrichtungen in der Atmosphäre gar die Sonnenstrahlung etwas abhalten, als Massnahme gegen die „Klimaerwärmung“.
          Zurück zur Sonne. Wir können die Sonne nicht hindern, die Energie abzugeben (zu strahlen). Und Erdöl/ Erdgas ist sozusagen frei verfügbar vorhanden – im Innern der Erde – warum sollten wir das nicht nützen. Nur die Heidenangst ist das Hindernis.

        4. Vor mehr als 100 Jahren hatte man Angst, dass es zu wenig CO2 in der Luft hätte. Warum versetzt man Gewächshäuser mit CO2. Weil CO2 (meist) der Minimumsfaktor beim Pflanzenwachstums ist. Warum haben die Grünflächen auf Erden seit den 80-er Jahren um die doppelte Fläche der USA (20 Mio km2) zugenommen? Wegen dem CO2 (siehe Spiegel-Artikel). Ein doppelter CO2-Gehalt vermag den Pflanzenertrag um 40% zu steigern (aus Freilandversuchen).

        5. Erdölförderung und -verbrauch ist nicht gewissenloser Raubbau. Es sind Unmengen Erdöl / Erdgas im Erdinnern vorhanden und warten darauf genutzt zu werden.

        6. Wenn Sie, K. Rufer, auf die Weltanschauung ansprechen: Es gibt die materialistische (atheistische, „gottlose“) Anschauung und es gibt die Anschauung, dass Gott alles ins Dasein gerufen hat.
          Beide beruhen auf Glauben. (Glauben = nicht sehen, aber für richtig halten und darauf vertrauen).
          Der Schweizer Bauer zensiert nähere Ausführungen – leider.

    2. Diese Aussagen sind unter der Annahme richtig, dass sich Beat auf seriösen Seiten informiert und dazu auch noch die richtigen Schlüsse zieht. Aber bis jetzt bleibt er diesen Beweis in allen seinen Kommentaren schuldig. Es kann also geschlossen werden, dass seine Behauptungen allesamt ziemlich „Fake news“ sind.

      1. Provokation vom Klimakiller. Allgemein gehalten und somit unbrauchbar. Du kannst mich bei einem einzelnen Kommentar konkret auf schlechte Quellen oder falsche Schlüsse ansprechen und korrigieren. Ist ja auch deine Aufgabe, wenn ich Fake News verbreiten sollte. Ich warte also.
        Dein Kommentar outet dich als typisch linker Troll mit allgemeinen Vorwürfen. Ziel: Kräfte binden, Zeit rauben, Zweifel säen.

  2. Mit Gott und der Kirche habe ich nichts am Hut, das ist und bleibt so. Ich glaube an das, was ich mit meinen eigenen Augen sehe… haben Sie schon mal ein Ölfeld von näherem betrachtet und gesehen, welch fatale Auswirkungen das fördern von Öl auf Fauna und Flora hat? Wie sieht es denn z.Bsp. im Golf von Mexico am Meeresboden aus? Die gesellschaftlichen Kosten von fossilen Energieträgern sind weit höher als bei erneuerbaren Energien…

    1. Es gibt viele Dinge, wo Sie und ich nur auf Glauben zurückgreifen können. Glauben wir den Wissenschaftler? Glauben wir, dass die Erde durch Evolution oder Schöpfung ins Dasein gerufen wurde? Glauben wir, dass das Leben einen Sinn über das Sichtbare hinaus hat?
      Die Ölförderung dürfte das geringste Problem sein. Das ist schnell lösbar: durch Sorgfalt und Technik.
      Sog. „erneuerbare Energien“ wie Wind- und Sonnenenergie sind sehr wenig grundlastfähig und sind ungeeignet bei grossem Energiebedarf.

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