Sonntag, 17. Januar 2021
25.12.2020 17:44
Jahresrückblick (3/11)

Feiner Wein und gutes Obst

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Von: lid

Ein turbulentes Jahr, geprägt von der Coronakrise neigt sich dem Ende zu. Der richtige Moment für einen Rückblick. Wir lassen das Landwirtschaftsjahr in elf Teilen Revue passieren. Im dritten Teil werfen wir einen Blick auf die Obst- und Weinproduktion in der Schweiz. 

Die Nachfrage nach Sommerfrüchten war 2020 ausserordentlich hoch. Dies lag laut Schweizer Obstverband (SOV) vor allem daran, dass viele Schweizerinnen und Schweizer aufgrund der schwierigen Situation im Inland geblieben waren und vermehrt frische Früchte konsumierten.

Sehr viele Zwetschgen

Die marktkonformen Mengen trugen dazu bei, dass die Vermarktung ohne grössere Probleme ablief. Eine Herausforderung stellten dabei die rekordhohen Mengen an Zwetschgen dar. Nach dem milden Winter präsentierten sich die Kulturen in einem sehr guten Zustand. Der zeitige Vegetationsbeginn hat dazu geführt, dass die Kulturen in ihrer Entwicklung rund 10 bis 14 Tage Vorsprung hatten.

Dies zog sich durch die gesamte Ernte. Die tiefen Temperaturen Ende März und Anfang April führten bei einigen Produzenten zu Frostschäden in den Kulturen. Diese waren regional und sortenabhängig unterschiedlich stark ausgeprägt. Die weitgehend überdurchschnittliche Sonnenstunden wirkten sich positiv auf die Qualität der Früchte aus.

Mehraufwand und beliebte Selbstpflückfelder

 Wegen der Corona-Pandemie war Ende März nicht klar, ob und wieviele Erntehelfer einreisen können. In Zusammenarbeit mit den Behörden wurden Lösungen erarbeitet, die schliesslich dazu führten, dass die erforderlichen Erntehelfer rekrutiert werden konnten.

Doch war dies für die Betriebe mit einem höheren Aufwand verbunden. Wegen der Coronavirus-Krise waren die Selbstpflückfelder beliebter als üblich. Einige Erdbeerproduzenten mussten deshalb ihre Selbstpflückfelder früher schliessen oder striktere Zeiten am Wochenende festlegen.

Die Mostobstlager sind voll 

Insgesamt wurden 11’293 Tonnen Mostbirnen und 90’835 Tonnen Mostäpfel in die Schweizer Mostereien geliefert und verarbeitet. Die Früchte sind aufgrund der Witterungsverhältnisse von sehr guter Qualität. Die Konzentratlager sind derzeit gefüllt und können den Marktbedarf von über zwei Jahren abdecken. Die Gründe sind vielfältig: einerseits übersteigen die diesjährigen Erntemengen den Bedarf und nach wie vor sind die Nachwirkungen der Rekordernte 2018 zu spüren.

Andererseits ist der Absatz von Apfelsaft bei den gewerblichen Mostereien seit Jahren rückläufig. Erschwerend hinzu kommt die pandemiebedingte Schliessung von Gastronomie und Events als Absatzkanäle in diesem Frühjahr.

Nachfrage nicht gedeckt

Die erneuten Verschärfungen der Massnahmen im Oktober haben wiederum für einen deutlichen Absatzrückgang gesorgt. Gute Apfel- und Birnenernte Die Wetterbedingungen im Sommer begünstigten das Wachstum der Tafelkernfrüchte, sodass die Ernte rund zehn Tage früher beginnen konnte. Die Ernte 2020 war gross und qualitativ hochstehend, wie der Schweizer Obstverband (SOV) meldet.

Die Tafelapfellager beliefen sich per 31. Oktober auf 62’344 Tonnen, 2’801 Tonnen höher als im Vorjahr. Der Lagerbestand per Ende November ist markkonform. Die Tafelbirnenlager betrugen Ende Oktober 11’615 Tonnen und entsprachen damit dem Zielwert von 10’000 bis 12’000 Tonnen. Bio-Birnen sind sehr gefragt. Trotz der grossen Ernte konnte das Angebot die starke Nachfrage nicht decken.

Wein: Kleiner, aber guter Jahrgang 

Die sehr frühe Weinernte lieferte 2020 in der ganzen Schweiz Trauben von guter Qualität, allerdings waren die Mengen geringer als in anderen Jahren. Die Coronavirus-Krise traf die Winzer aufgrund der Schliessung der Gastronomie und Absagen von wichtigen Veranstaltungen wie der Fête des Vendanges in Neuenburg hart, aber es gab auch eine positive Entwicklung: die Zahl der Privatkunden hat zugenommen. 

Der heisse und relativ trockene Sommer hat dazu beigetragen, dass die Früchte sehr gesund und reif geworden seien. Die Zuckermengen der Trauben waren dabei sehr hoch. Doch sind die Erntemengen etwas tiefer als im Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Dies gilt für die Westschweiz ebenso wie für das Wallis, wo insbesondere beim Pinot Noir die Erntemengen unterdurchschnittlich sind. Im Kanton Bern wurde die zweitkleinste Traubenernte des Jahrzehntes verzeichnet.

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