Sonntag, 18. April 2021
02.03.2021 18:03
Ackerbau

Flächen bei Brotgetreide und Ölsaaten steigen

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: blu

Die Branchenorganisation Swiss Granum hat die erste Ernteschätzung publiziert. Gemäss Prognose werden die Flächen von Brot-, Hart- und Futterweizen, Dinkel, Raps und Sonnenblumen höher ausfallen. Die Erntemenge an Brotgetreide wird auf knapp 445‘000 t geschätzt, diejenige für Futtergetreide auf rund 496‘000 t. Bei den Ölsaaten werden mit 107‘000 t erwartet. Neu werden die Bio-Zahlen separat ausgewiesen.

Der Frühling steht vor der Tür. Und wie immer fast pünktlich zum Frühlingsbeginn veröffentlicht Swiss Granum die erste Ernteschätzung.

Deutlich mehr Dinkel und Brotweizen

Die Ackerbauern haben für die Ernte 2021 die Flächen beim Brotgetreide ausgedehnt. Die Brotweizenfläche wurde gemäss Schätzung im Vergleich zum Vorjahr um 3,2% (+2100 ha) auf 68’500 ha ausgedehnt. 2016 wurde aber noch auf 75’000 ha Brotweizen angebaut. Den grössten Anteil weist nach wie vor die Klasse Top mit 56.5% (2020: 53.1%) auf, gefolgt von der Klasse I mit 25.3% (2020: 28.9%) sowie der Klasse II mit 17.6% (2020: 17.3%).

Beim Brotweizen liegt neu die TOP-Sorte Montalbano mit einem Anteil von 17.1% (2019: 10.6%) am verkauften Brotweizen-Saatgut und einem Anteil von 30.3% (2019: 19.5%) in der Klasse TOP auf dem ersten Platz. CH Nara ist in der Klasse TOP neu die Nummer zwei.

12,3% Bio-Fläche

Die gute Nachfrage nach Dinkel wirkt sich auf die Anbaufläche aus. Diese wurde um 400 ha (+5%) auf 6300 ha ausgedehnt. Erst seit 2019 wird der Hartweizen separat ausgewiesen. Dessen Fläche wird aufgrund der deutlich angestiegenen Saatgutverkäufe auf 800 Hektaren geschätzt. Bis 2019 war die Hartweizenfläche Teil der Summe der Brotweizenfläche.

Mehr ausgesät wurde auch Roggen. Die Fläche wird für das Jahr 2021 auf 1’830 ha (+ 1.8%, 30 ha) geschätzt. Eine deutliche Zunahme hat Swiss Granum bei den Bio-Flächen beobachtet. Während der Anteil im Jahr 2016 noch bei 7.2% lag, wird er für 2021 auf 12.3% geschätzt. Insgesamt dürfte die Brotgetreidefläche (inkl. Hartweizen) gegenüber 2020 um 2’700 ha (+ 3.5%) auf 146’300 ha. Ein Viertel der Zunahme entfällt auf das Bio-Brotgetreide.

Brotgetreide: Erntemenge unter Vorjahr

Die Erntemenge wird unter der Annahme von mittleren Erträgen insgesamt auf knapp 454‘000 t geschätzt. Davon zählen rund 445’000 t als Brotgetreide (Brotweizen, Dinkel, Roggen, Emmer/Einkorn, Mischel). Die Brotgetreidemenge dürfte damit unter der Menge des vergangenen Jahres liegen. Ein zurzeit noch nicht quantifizierbarer Teil davon kann bei der Ernte wegen Qualitätsmängeln voraussichtlich noch als nicht backfähig deklariert und im Futterkanal abgesetzt werden.

Weniger Bio-Futterweizen

Beim Futterweizen wird die Anbaufläche auf 11’000 ha und damit um knapp 1’400 ha höher eingeschätzt als im Vorjahr. Die Schweizer Futterweizensorte Poncione wird (46.4%) am meisten angebaut. Die Anbaufläche von Gerste (27’600 ha, -230 ha) nimmt geringfügig ab, die Flächen von Hafer (1850 ha, +60 ha) und Triticale (7’460 ha) werden verglichen mit 2020 als stabil eingeschätzt. Die Anbaufläche von Körnermais kann erst zu einem späteren Zeitpunkt eingeschätzt werden.

Die Fläche von Bio-Futterweizen hat bis 2019 stark zugenommen. Aufgrund der gesunkenen Saatgutverkäufe (- 35.0%) sinkt die Fläche zum zweiten Mal in Folge auf 600 ha. Damit nimmt verglichen zum Vorjahr auch die Gesamtfläche von Bio-Futtergetreide tendenziell ab. Insgesamt wurde 65’866 ha Futtergetreide ausgesät, das sind rund 1100 ha weniger als 2020. Die Biofläche wird auf  5’750 ha geschätzt.

Bio: Futtergetreideproduktion wird gestärkt

Die Verschärfung der Fütterungsrichtlinien in der Bio-Produktion ab 2020 erhöht die Nachfrage nach Futtermitteln aus Schweizer Bio-Produktion. «Ab 2020 müssen die Futtermittel in Bio-Betrieben zu 90% und ab 2022 zu 100% aus biologischer Produktion stammen. Dadurch wird die Inlandproduktion gestärkt und die betreffenden Flächen nehmen tendenziell zu», schreibt Swiss Granum.

Ölsaaten: Fläche steigt um 300 ha

Swiss Granum rechnet mit einer Futtergetreideernte von knapp 496‘000 t. Darin nicht inbegriffen ist die allfällig nicht backfähige Menge an Brotgetreide. Diese Menge ist abhängig vom Witterungsverlauf und den Erntebedingungen. Die Erntemenge von Futterweizen dürfte höher sein als 2020, Gerste und Triticale werden in der Grössenordnung des Vorjahres erwartet. Die Bio-Futtergetreidemenge dürfte etwas tiefer ausfallen.

Bei den Ölsaaten hat die Fläche um 300 auf 31’773 ha zugenommen. Beim Raps wird für 2021 von einer um ca. 260 ha (+ 1%) auf 24’800 ha höheren Anbaufläche ausgegangen. Der Grund ist die weiterhin grosse Nachfrage. Aufgrund der Zunahme der Zuteilung für Sonnenblumen rechnet Swiss Granum mit einer leicht höheren Fläche als 2020, sie wird auf 4’600 Hektaren (+ 1.8%, +80 ha) geschätzt. Bei der Soja war die Zuteilung ebenfalls höher.

Mehr Bio-Ölsaaten

Die Prognose der Sojafläche sei zurzeit schwierig, heisst es in der Mitteilung. Aktuell wird mit einer leicht steigenden Fläche von 2’100 Hektaren (+ 2.8%, +60 ha) gerechnet. Aufgrund der neuen Richtlinien in der Bio-Fütterung wird jedoch eine Ausdehnung des Anbaus zur Futtermittelgewinnung erwartet. Die Fläche der Bio-Ölsaaten nimmt verglichen mit 2020 um 9.3% zu, allem aufgrund der wachsenden Soja- und Sonnenblumen-Fläche.

Die geschätzte Erntemenge der Ölsaaten liegt mit 107‘000 t in der Grössenordnung der Vorjahresmenge. Erwartet werden 87’000 t Raps, 13’700 t Sonnenblumen und 6’100 t Soja. Ein leichter Anstieg ist auch für die Mengen der Bio-Ölsaaten zu erwarten.

Ernteschätzungen 

Swiss Granum lässt vom Geschäftsbereich Agristat des Schweizer Bauernverbandes jeweils zwischen Februar und August mehrere Schätzungen der Anbauflächen und der Ernten von Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen vornehmen. Ab 2021 sind darin auch die Bio-Zahlen separat ausgewiesen. Grundlagen der Schätzung bilden Saatgutverkäufe, Stichprobenerhebungen bei rund 1‘000 Getreide- und Ölsaatenproduzenten sowie die Ergebnisse der eidgenössischen Betriebsstrukturerhebung. Daneben werden weitere Parameter, wie etwa die klimatischen Bedingungen bei der Aussaat, die Saatgutrestposten oder die tatsächlich angebauten Flächen der vorangehenden Jahre bei den Schätzungen berücksichtigt.

Mehr zum Thema
Pflanzen

Der Brand bei Auriol unweit von Marseille erstreckte sich der Feuerwehr zufolge am Dienstagabend auf 90 Hektar. (Symbolbild) - pixabay Hunderte Feuerwehrkräfte kämpfen im Süden Frankreichs gegen einen Waldbrand. In…

Pflanzen

Durch die Klimaerwärmung kommen Fichte und Tanne vor allem in tieferen Lagen unter Druck. Mit der Douglasie bietetsich für Schweizer Waldeigentümer eine interessante Alternative an, schreibt die Holzindustrie. - David…

Pflanzen

zvg Auf den ersten Blick scheinen gerodete oder auch wieder aufgeforstete Wälder und Infektionskrankheiten nicht viel miteinander zu tun zu haben. Wissenschaftler haben sich die Zahlen jetzt aber genauer angeschaut…

Pflanzen

Ungeschlechtlicher Fruchtkörper von Cryphonectria parasitica, der Pilz, der den Kastanienrindenkrebs verursacht. - Lea Stauber, WSL Die Ausbreitung eines Krankheitserregers der Edelkastanie ist dank der Forschung von Biologen der Universität Neuenburg…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE