Freitag, 20. Mai 2022
10.05.2022 12:15
Klima

1,5-Grad-Schwelle 2026 erstmals überschritten?

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Von: sda

Die globale Durchschnittstemperatur eines Jahres könnte bis 2026 erstmals mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegen. 

So liege die Wahrscheinlichkeit, dass im Fünf-Jahres-Zeitraum 2022 bis 2026 mindestens ein Jahr eine Temperatur von über 1,5 Grad erreiche, bei fast 50 Prozent, berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf.

Nicht dauerhaft überschritten

Das heisst aber nicht, dass die 1,5-Grad-Marke in diesem Fall dauerhaft überschritten wird, in den Folgejahren könne der Wert auch wieder niedriger liegen, so die WMO. Im Schnitt rechnen Experten für die kommenden Jahre aber mit weiter steigenden Temperaturen.

«Diese Untersuchung zeigt mit wissenschaftlicher Kompetenz auf hohem Niveau, dass das zeitweilige Erreichen des niedrigeren Ziels des Pariser Klimaabkommens messbar näher rückt», sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas laut einer Mitteilung.

2015 galt es noch als praktisch ausgeschlossen, dass die Marke von 1,5 Grad innerhalb von fünf Jahren erreicht wird. In dem Jahr einigte sich die Weltgemeinschaft im Pariser Klimaabkommen, die dauerhafte Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst unter 1,5 Grad Celsius zu beschränken.

Ernüchternde Bilanz, auch wegen Krieg

Die Meldung aus Genf kommt zur Halbzeit zwischen der vergangenen Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow und der nächsten Konferenz COP27 in Ägypten. Im November werden dazu im Badeort Scharm el Scheich rund 30›000 Teilnehmer erwartet, darunter 120 Staats- und Regierungschefs. Beobachter ziehen zur COP-Halbzeit eine ernüchternde Bilanz beim Klimaschutz, auch wegen des Kriegs in der Ukraine.

Weltweit gesehen war das heisseste Jahr bislang 2016, als die globale Durchschnittstemperatur etwa 1,2 Grad über dem vorindustriellen Niveau (1850-1900) lag. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Rekord bis 2026 gebrochen wird, liege bei 93 Prozent, so die WMO. Genauso wahrscheinlich sei es, dass die durchschnittliche Temperatur über den Fünf-Jahres-Zeitraum 2022 bis 2026 höher liege als in den fünf Jahren davor. Die Berechnungen hat die britische Meteorologiebehörde für die WMO vorgenommen.

1,1 Grad wärmer

Im vergangenen Jahr lag die globale Durchschnittstemperatur nach dem vorläufigen Klimabericht der WMO 1,1 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Den endgültigen Wert veröffentlicht die WMO am 18. Mai. Die britischen Meteorologen gehen davon aus, dass die Durchschnittstemperatur in diesem und den kommenden vier Jahren zwischen 1,1 und 1,7 Grad über vorindustriellem Niveau liegen wird.

Für dieses Jahr rechnen die Meteorologen damit, dass es in Südwesteuropa und im Südwesten Nordamerikas trockener ist als im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. In Nordeuropa, der Sahel-Zone, Nordostbrasilien und Australien dürfte es dagegen feuchter werden.

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6 Responses

  1. 1. Wie misst man die „Durchschnittstemperatur“ der Erde?
    2. Welches ist die Ausgangstemperatur?
    3. Woher wissen wir, dass dieses Ausgangstemperatur die „richtige“ Temperatur ist?
    4. Hat man die Wärmeinseln (Städte mit viel Asphalt, die nun wärmer sind) mitberücksichtigt?
    5. Hat man die Zeit seit der Sintflut (vor 4400 Jahren) berücksichtigt?
    6. Hat man Grönland = Grünland von 1200 mitberücksichtigt?

  2. Einfach mal den Text lesen. Der Wert ist bezogen auf 1850 bis 1900. Temperaturen misst man mit dem Thermometer. Wenn man das aufschreibt, kann man dann eine Entwicklung ablesen. Wenn diese Entwicklung so weitergeht, wird es am Ende des Jahrhunderts deutlich mehr Hitzetage geben. Was das bedeutet kann man gerade in Indien sehen. Da nützt uns keine vergangene Eiszeit etwas. Aber das können ja dann die Betroffenen Ende des Jahrhunderts ausbaden.

    1. 1. Die Temperatur eines Körpers oder eines kleinen abgegrenzten Gebietes misst man mit dem Thermometer, richtig, Kopfschüttler. Wie misst man aber die DURSCHSCHNITTS-Temperatur der GANZEN Erde. Jeder QuadrAtzentimer ändert die Temperatur über die Zeit. Wer misst das? Und wie genau?
      2. Wer sagt, dass die Temperatur immer zunehmen wird? Es ist doch logisch, dass es nach der relativ kalten Zeit 1850 bis 1900 jetzt wieder wärmer geworden ist.

  3. Da wird eine Durchschnittstemparatur (1850 bis 1900 ) mit einer Jahrestemparatur (2016) verglichen.
    Das ist sicher nicht seriös!

  4. „Genauso wahrscheinlich sei es, dass die durchschnittliche Temperatur über den Fünf-Jahres-Zeitraum 2022 bis 2026 höher liege als in den fünf Jahren davor.“
    Warum meinen die das? Weil die letzten 5 Jahre eben kälter waren als ursprünglich prognostiziert. Siehe „Die Energiewende und die ausbleibende Erwärmung“ Gepostet von Axel Robert Göhring | Mai 10, 2022
    Und nur mit „schlechten“ Nachrichten lassen sich Klicks generieren. „Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten!“

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